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Weil er mein Bruder ist 

Kapitel 1: Aber ich liebe dich doch…

Zusammengesunken saß er vor mir auf dem Boden. Ich wollte ihm doch nicht wehtun, aber er konnte doch nicht ernsthaft glauben, dass ich da mitmache, oder?! „Bitte…“, flehte er leise und kam zu mir gekrochen. „Nein, das ist ekelig. Du bist ekelig!“, warf ich ihm an den Kopf. Seine Augen waren so traurig und so leer gefegt. Am liebsten hätte ich ihn in den Arm genommen und getröstete, aber das ging nicht. Nicht nach dem, was er mir gebeichtet hatte. „Aber… Tom… Bitte!“, weinte er und klammerte sich an meinem Bein fest. „Nein!“, schrie ich und schmiss ihn gegen die Wand. Sein Kopf fiel dabei blitzschnell in seinen Nacken, aber die Wand war im Weg und er knallte brutal dagegen. Als er nun an der Wand bewusstlos runterrutschte und eine Blutspur hinterließ, stürmte ich zu ihm. „Bill!“, kreischte ich und nahm ihn in meine Arme. Er öffnete leicht seine Augen. „Warum nicht, Tom?“, fragte er leise. Ich sah ihn entschuldigend an. „Es ist so, dass ich nicht das gleiche empfinde.“, erklärte ich ihm. „Aber ich liebe dich doch!“, stieß er aus und schloss daraufhin wieder seine Augen. Tränen liefen meine Wangen entlang. „Bitte, geh nicht.“, bittete ich ihn, aber er behielt die Augen geschlossen. Die Haustür ging auf und Mum kam rein. Als sie das Blut sah, erschrak sie und ließ die Einkäufe fallen. Sie folgte der Blutspur mit ihrem Blick und er blieb an mir heften, wie ich Bill in den Armen hielt und weinte. Sie kam auf uns zu. „Was ist passiert?“, fragte sie. „Ich… hab… ihn… gegen… die Wand… geschubst…“, schniefte ich leise. „Was hast du?!“, schrie sie mich an. „Ich habe…“, wollte ich es wiederholen, aber ihre Hand traf mich hart im Gesicht und ich verstummte und ließ Bill los, der  jetzt zu Boden rutschte und, mit dem Kopf in meinem Schoß, liegen blieb. Ich hielt mir meine Nase, die sie volle Kanne getroffen hatte und spürte, wie langsam Blut aus ihr lief. Mum jedoch kümmerte das nicht und sie hievte Bill hoch und schleppte ihn in sein Zimmer und auf sein Bett. Ich saß da und meine Nase hörte gar nicht auf zu bluten. Wiederum ging die Haustür auf und unser Stiefvater betrat das Haus. Als er mich auf dem Boden hocken sah, mit der blutigen Nase, kam er schnell angelaufen und wollte mir helfen, aber ich stieß ihn weg. „Bill ist wichtiger!“, sagte ich und er lief in Bills Zimmer. Ich zog mich an der Kommode, die im Flur stand, hoch und schlich ins Badezimmer. Dort sah ich erst, wie schlimm das Bluten war. Ich wollte gerade das Blut wegwaschen, da wurde mir schwarz vor Augen und ich sackte zu Boden.

Kapitel 2: Wenn du mich küsst…

Ich wurde im Krankenhaus wach und blinzelte leicht. Mum saß neben meinem Bett. „Mein Schatz…“, sagte sie sanft und strich mir die Haare kurz aus der Stirn. „Wo ist Tom?“, nuschelte ich. „Was?!“, fragte sie überrascht. „Wo Tom ist?“, wiederholte ich. „Ähm, der ist auch auf dieser Station. Er hat sehr viel Blut verloren…“, meinte sie. „Aber… Was ist denn passiert?“, fragte ich erschrocken. „Ich habe ihn geschlagen.“, sagte sie leise. „Und warum?“, fragte ich. „Bill, er hat dich fast umgebracht mit dem Stoß an die Wand! Die Ärzte haben gesagt, dass es lebensbedrohlich war.“, stieß sie aus. „Aber Mum, er wollte das doch nicht.“, verteidigte ich ihn. „Ich will zu ihm.“, verlangte ich. Sie schüttelte heftig mit dem Kopf. „Das darfst du nicht!“, meinte sie. „Doch, ich will zu ihm.“, sagte ich und stand vorsichtig auf. Mum wollte mich zurück im Bett halten, aber ich war schneller und dann schon aus der Tür raus. Ich tapste durch den Flur und fragte eine vorbeilaufende Schwester nach meinem Bruder. Sie führte mich zu ihm und ließ mich in den Raum. Tom lag in einem Bett und war sehr blass. Ich lief zu ihm hin und setzte mich an sein Bett. Vorsichtig nahm ich seine Hand und drückte sie. Er wachte auf und sah mich müde an. „Wie geht es dir?“, fragte er leise. „Ganz gut, aber du siehst nicht so gut aus.“; sagte ich und strich ihm mit meiner Hand über die blasse Wange. „Bill… Ich…“, stammelte er. „Ich weiß, du liebst mich nicht. Aber das ist ok.“, sagte ich. Er sah mich leicht traurig an. „Es tut mir so Leid.“, flüsterte er. „Schon ok.“, sagte ich leicht lächelnd. Tom sah wirklich sehr müde aus, also sagte ich zu ihm: „Du solltest noch etwas schlafen.“ Er nickte und schloss die Augen. Kurz darauf war er eingeschlafen. Ich sah ihm zu, wie er da so schlafend lag und lächelte leicht. Er sah ja so unschuldig und süß aus, wenn er schlief. Ich beugte mich langsam zu ihm vor und küsste ihn. Er zuckte kurz etwas erschrocken zusammen und auch ich schrak zurück. Er öffnete die Augen. „Sorry.“, nuschelte ich leise. „Nein, ist schon ok.“, sagte er. „Es ist nur so… Es ist ein seltsames Gefühl, wenn du mich küsst. Nicht unangenehm, aber es ändert trotzdem nichts daran, dass ich keine Liebe empfinde.“, erklärte er. „Wenn du möchtest, dann darfst du mich auch küssen, aber nicht, wenn viele Leute dabei sind. Es macht mir nichts aus und es scheint dich glücklich zu machen. Ich will dich nicht traurig sehen.“, sagte er lächelnd und strubbelte mir einmal durch die Haare.

Kapitel 3: Fass mich nie wieder an…

Ich lag noch etwas in meinem Bett im Krankenhaus und Bill saß auch noch eine Zeit lang neben mir und ab und zu hauchte er mir schüchtern leichte Küsse auf die Lippen. Danach war er immer ein wenig glücklicher. Ich wollte ihn einfach nicht traurig sehen, also ließ ich ihn gewähren.

Um 22 Uhr betrat eine Schwester den Raum. „Sie müssen jetzt in ihr Zimmer gehen.“, bat sie Bill, aber er war auf meinem Bett eingeschlafen. Ich nickte ihr zu, dass das ok war und sie nickte dann leicht. „Ok, ist ok. Er kann hier bleiben.“, flüsterte sie und verließ den Raum. Ich schlief kurz darauf auch ein.

Am nächsten morgen wurde ich wach und Bill war weg. Ein Stöhnen kam vom Boden und als ich nach unten sah, lag da Bill und rieb sich den Kopf. „Bist du aus dem Bett gefallen?“, fragte ich grinsend. Er nickte leicht und richtete sich wieder auf. Dann kam er zu mir und gab mir einen Kuss, aber diesmal keinen kurzen Kuss, sondern einen langen und er strich sogar mit seiner Zunge über meine Lippen. Ich öffnete den Mund, um etwas zu sagen, aber er fuhr mit seiner Zunge in meinen Mund und umspielte meine Zunge. Ich wollte das nicht, aber als er seine Lippen von meinen trennte, lächelte er mich glücklich an. „Danke.“, hauchte er und verließ den Raum. Ich war total verwirrt und stand langsam auf, um ihm zu folgen. Er lief den Flur entlang und verschwand in einem Zimmer. Kurz darauf betrat ich das Zimmer ebenfalls. Bill sah zu mir und sah mich etwas verwirrt an. „Was willst du denn?“, fragte er. „Mit dir reden.“, sagte ich. Er nickte und winkte mich zu seinem Bett. Ich setzte mich darauf und er sah mich fragend an. „Das vorhin…“, begann ich. „Tom, darf ich dich küssen?“, fragte er leise. „Ja, ehm…“, wollte ich fortfahren, aber er presste seine Lippen auf meine und spielte mit der Zunge an meinem Lippenpiercing rum. Danach schlich sich seine Zunge in meinen Mund und er drückte mich auf sein Bett runter. Ganz langsam ging er mit der Hand unter mein Shirt. Sie strich über meinen Bauch und ging dann tiefer. In letzter Sekunde stieß ich ihn von mir runter. Ich sprang auf und sah ihn wütend an. „Fass mich nie wieder an, du kleine Schwuchtel!“, kreischte ich und rannte aus dem Raum. Das letzte, was ich noch sah war, wie sich seine Augen mit Tränen füllten.

Kapitel 4: Ich bin nicht ich…

Meine Augen füllten sich mit Tränen. Scheiße! Ich rieb mir mit der Hand über die Augen. Alles hatte ich kaputt gemacht. Ja, er hatte mir erlaubt, ihn zu küssen, aber dann war bei mir eine Sicherung ausgefallen. Ich schluchzte los und dann ging meine Tür auf. „Schatz, was ist los?“, fragte Mum und kam zu mir. Sie nahm mich in den Arm. „Tom… Er… hat gesagt… ich soll… ihn nie wieder… anfassen.“, stotterte ich. „Was hast du denn gemacht?“, fragte sie. „Ihn geküsst.“, wisperte ich. Sie war nicht geschockt, weil sie sowieso mein Tagebuch gelesen hatte. „Oh mein Kleiner…“, sagte sie und drückte mich an sich. „Wann kann ich wieder nach Hause?“, fragte ich schluchzend. „Morgen.“, sagte sie. „Und Tom?“, fragte ich. „Auch morgen.“, sagte sie. „Ich glaube, es ist besser, wenn ich für ein paar Tage nach Dad ziehe.“, meinte ich, aber Mum schüttelte mit dem Kopf. „Du kannst nicht vor deinen Problemen davon laufen.“, meinte sie. Ich nickte leicht. „Aber er… Ich will doch auch geliebt werden… Ihn lieben so viele und ich werde von niemandem geliebt. Nicht mal von ihm.“, schniefte ich. „Das stimmt doch gar nicht. Du wirst von vielen geliebt.“, protestierte Mum. „Aber die Person, die ich liebe, hasst mich.“, weinte ich. „Nein, er hat dich auch lieb. Er weiß nur nicht, wie er mit der neuen Situation umgehen soll.“, versicherte mir Mum. „Redest du vielleicht für mich mit ihm?“, fragte ich sie. „Nein, das musst du alleine schaffen.“, meinte sie und ich nickte leicht. „Ich geh jetzt, mein Schatz, und wenn ich morgen wieder da bin, habt ihr euch, verdammt noch mal, wieder vertragen!“, lachte sie. Ich nickte und sie verließ den Raum. Ich kramte ein Blatt Papier raus und einen Stift und überlegte.

Hey Tom…
Es tut mir Leid, dass ich dich einfach so stürmisch geküsst habe. Ich habe mich so lange und so sehr nach dir gesehnt und jetzt, wo ich dich küssen konnte, konnte ich mich nicht im Zaum halten und habe die Kontrolle verloren. Ich weiß, dass das keine Ausrede ist, aber ich versuche es dir zu erklären und ich kann das einfach nicht so gut.
Bitte, sei mir nicht mehr böse. Es tat mir sehr weh, als du das zu mir gesagt hattest… Ich weiß selber, dass es falsch war, also warum strafst du mich auch noch dafür? Ich habe genug Strafe damit, dass ich mich so selbst verachte. Bitte, sprich wieder mit mir!
Ich habe jetzt auch endlich eingesehen, dass du keine derartigen Gefühle für mich hegst, wie ich für dich. Bitte, Tom, ich liebe dich und du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben. Stehle dich da nicht einfach so herzzerreißend und verletzend raus.
Bitte verzeih mir, dein Bill.


Ich legte noch ein Gedicht bei, welches ich einmal geschrieben hatte, als Tom Schüleraustausch in England hatte. In dieser Zeit hatte ich mich sehr nach ihm gesehnt und es tat auch regelrecht weh…

Meine Augen schau’n mich müde an und finden keinen Trost
Ich kann mich nich' mehr mit anseh'n - bin Ich-los
Alles was hier mal war - kann ich nich' mehr in mir finden
Alles weg - wie im Wahn
Ich seh mich immer mehr verschwinden

Ich bin nich' ich wenn du nich' bei mir bist -
Bin ich allein
Und das was jetzt noch von mir übrig ist -
Will ich nich' sein
Draußen hängt der Himmel schief
Und an der wand dein Abschiedsbrief
Ich bin nich' ich wenn du nich' bei mir bist -
Bin ich allein

Ich weiß nich' mehr, wer ich bin -
Und was noch wichtig ist
Das ist alles irgendwo, wo du bist
Ohne dich durch die Nacht -
Ich kann nichts mehr in mir finden
Was hast du mit mir gemacht -
Ich seh mich immer mehr verschwinden

Ich bin nich' ich wenn du nich' bei mir bist -
Bin ich allein
Und das was jetzt noch von mir übrig ist -
Will ich nich' sein
Draußen hängt der Himmel schief
Und an der wand dein Abschiedsbrief
Ich bin nich' ich wenn du nich' bei mir bist -
Will ich nich' mehr sein

Ich lös mich langsam auf - halt mich nich' mehr aus
Ich krieg dich einfach nich' mehr aus mir raus
Egal wo du bist - komm und rette mich
Ich bin nich' ich wenn du nicht . . .

Das legte ich dem Brief bei und klingelte nach der Schwester. „Könnten sie das bitte zu meinem Bruder ins Zimmer bringen?“, fragte ich sie höflich und sie nickte. Dann war sie mit dem Brief verschwunden.

Kapitel 5: I’m falling even more in love with you…

Ich lag in meinem Zimmer auf meinem Bett und dachte nach, als eine Schwester das Zimmer betrat. Sie übergab mir einen Zettel und verließ wieder den Raum. Ich faltete den Zettel auseinander und las die Zeilen, die mein kleiner Bruder an mich geschrieben hatte. Ich musste leicht lächeln. Wenn er durcheinander und aufgeregt war, wiederholte er sich andauernd. Bei dem Gedicht liefen mir tatsächlich Tränen über die Wangen. Das war schon ganz süß und ich kann auch nicht wirklich sagen, dass er hässlich wäre oder so, aber lieben tue ich ihn ja deshalb trotzdem nicht. Auf jeden Fall wäre mir das neu. Ich stand auf und lief zu Bills Zimmer. Als ich vor der Tür stand, hörte ich ihn leise singen.

I’m desperate for changing
Starving for truth
I’m closer to where I started
I’m chasing after you

I’m falling even more in love with you
Letting go of all I’ve held onto
I’m standing here until you make me move
I’m hanging by a moment here with you

Forgetting all I’m lacking
Completely incomplete
I’ll take your invitation
You take all of me

Now I’m falling even more in love with you
Letting go of all I’ve held onto
I’m standing here until you make me move
I’m hanging by a moment here with you

I’m living for the only thing I know
I’m running here and crashing where to go
And I don’t know what I’m diving into
Just hanging by a moment here with you

There’s nothing else to lose
There’s nothing else to find
There’s nothing in the world that can change my mind
There is nothing else
There is nothing else
There is nothing else

I’m desperate for changing
Starving for truth
I’m closer to where I started
I’m chasing after you

I’m falling even more in love with you
Letting go of all I’ve held onto
I’m standing here until you make me move
I’m hanging by a moment here with you

I’m living for the only thing I know
I’m running here and crashing where to go
And I don’t know what I’m diving into
Just hanging by a moment here with you
Just hanging by a moment
Hanging by a moment
Hanging by a moment
Hanging by a moment here with you

Mein armer kleiner Bill. Es ging ihm wohl gar nicht gut. Ich machte vorsichtig die Tür auf und sah ins Zimmer. Bill lag mit tränenüberströmtem Gesicht auf seinem Bett. Seine Augen waren geschlossen und er schien jetzt zu schlafen. Ich lief zu seinem Bett und setzte mich auf den Rahmen. Sacht strich ich ihm mit meiner Hand über die Wange. „Mein armer kleiner Bill.“, wisperte ich und drückte ihm ein Küsschen auf die Stirn. Dann verließ ich den Raum.

Kapitel 6: Du liebst jemand anderes?!

Ich öffnete leicht die Augen und blinzelte verschlafen im Raum herum. Die Tür öffnete sich und Mum betrat den Raum. „Hey, mein Schatz. Heute geht’s wieder nach Hause.“, lächelte sie und nahm mich in den Arm. Ich nickte leicht. „Hast du dich wieder mit Tom vertragen?“, fragte sie. „Weiß nicht. Ich habe ihm einen Brief geschrieben, aber mehr ist nicht passiert.“, sagte ich. Wieder ging die Tür auf und Tom kam rein. Er lächelte mich an und nahm mich feste in den Arm. „Ohne dich kann ich doch gar nicht.“, flüsterte er mir ins Ohr. Ich lächelte und drückte ihn auch an mich. Als wir uns losließen, sah ich ihn zögernd an, aber er grinste und nickte kurz. Ich hauchte ihm einen kurzen Kuss auf die Wange. Er lächelte leicht. Ich sah ihn dankbar an und hopste dann aus dem Bett. „So, und jetzt Tasche packen. Ich will hier raus!“, sagte ich und die Beiden lachten kurz. „Ich geh eben meine Tasche holen.“, sagte Tom und lief in sein Zimmer. „Guck, es geht doch.“, sagte Mum und half mir beim Tasche packen.
Eine Stunde später saß ich zu Hause vor dem Fernseher und schaltete durch die Programme. Tom war mit seiner Freundin weg. Nach einiger Zeit hatte ich keine Lust mehr auf Fernsehen und stand auf. Ich lief in mein Zimmer und machte Radio an. Von unten hörte ich lautes Geschreie und ich sah aus dem Fenster. Tom und Katja standen auf der Straße und schrieen sich an. „… Aha! Du liebst mich nicht mehr?! Du liebst jemanden anderes?! Ok, dann kannst du mich mal!“, schrie Katja und klatschte ihm eine. Dann rauschte sie die Straße entlang, bis man sie nicht mehr sah. Tom steckte die Hände in die Hosentaschen und lief Richtung Wald. Ich rannte die Treppe runter und zog mir Schuhe und Jacke an und folgte ihm dann unauffällig.

Kapitel 7: What’s left of me

Ich lief gedankenversunken den Waldweg entlang und sah in den Himmel. Ok, das mit Katja war also auch wieder vorbei. Aber ich liebte wirklich jemand anderen. Doch dieser jemand würde das nicht erfahren, weil das uns nur Probleme machen würde. Ich seufzte leise. Als ich an unserer Hütte ankam, schloss ich das Hängeschloss auf und betrat die Hütte. Alles war noch so, wie als wir das letzte Mal vor einem Jahr hier waren. Alles… Er war betrunken gewesen und ich angetrunken. Hier hatten wir die Nacht verbracht, weil Mum uns so nicht sehen sollte. Am nächsten Morgen konnte er sich an nichts mehr erinnern. Vielleicht wäre alles einfacher gewesen, wenn er es hätte, aber dem war nicht so. Ein Jahr lang verzehrte ich mich schon nach ihm. Als er das letztens sagte, da war ich glücklich, aber auch entsetzt, dass er sich nicht von den Gefühlen losreißen konnte, so wie ich es auch nicht konnte. Ich ließ mich auf die Coach sinken und seufzte. Dann vergrub ich mein Gesicht in meinen Händen. „Bill, ich liebe dich.“, schluchzte ich und begann zu weinen. Das Radio schaltete sich von selber an und ganz langsam spielte „What’s left of me“ von Nick Lachey ein.

Watch my life
Pass me by
In the rear view mirror
Pictures frozen in time
Are becoming clearer
I don’t wanna waste another day
Stuck in the shadow of my mistakes

Yeah

Cause I want you And I feel you
Crawling underneath my skin
Like a hunger like a burning
To find a place I’ve never been
Now I’m broken and I’m fading
I’m half the man I thought I would be
But you can have what’s left of me

I’ve been dying inside
Little by little
No where to go but going out of my mind
In endless circles
Running from myself until
You gave me a reason for standing still

And I want you and I feel you
Crawling underneath my skin
Like a hunger like a burning
To find a place I’ve never been
Now I’m broken and I’m fading
I’m half the man I thought I would be
But you can have what’s left of me

Falling faster
Barely breathing
Give me something to believe in
Tell me it’s not all in my head

Take what’s left of this man
Make me whole once again

Cause I want you and I feel you
Crawling underneath my skin
A hunger like a burning
To find a place I’ve never been
Now I’m broken and I’m fading
I’m half the man I thought I would be
You can have all that’s left
Yeah yeah yeah
What’s left of me

I’ve been dying inside you see
I’m going outta my ... outta my mind
I’m just running in circles all the time
Will you take what’s left
Will you take what’s left
Will you take what’s left of me
Just running in circles in my mind
Will you take what’s left
Will you take what’s left
Will you take what’s left
Take what’s left of me

Ich will nicht mehr schweigen! Ich will es ihm beichten, ich will ihn wieder spüren… So wie vor einem Jahr, will ich ihn spüren… Ganz nah bei mir…

Kapitel 8: Die nackte, ungeschminkte Wahrheit

Ich folgte Tom bis er zu einer Hütte kam. Diese Hütte kannte ich nur zu gut. Hier waren wir das letzte Mal vor einem Jahr gewesen. Ich war total hacke gewesen und er hatte Schiss, dass Mum uns zusammenscheißen würde. Von dieser Nacht wusste ich recht wenig, aber seit da an hatte ich seltsame Träume, in denen ich mit Tom geschlafen hatte. Ich schlich mich an den Eingang und hörte das Radio angehen.
So etwas hörte Tom normalerweise nicht. Wahrscheinlich war es wieder einmal von selber angegangen. Ich lächelte leicht. Scheiß billiges Teil. Ich hörte Tom zur Tür kommen und wollte mich verstecken, aber ich stolperte und fiel hart auf den Boden. „Autsch!“, fluchte ich, weil ich einen stechenden Schmerz in meinem Bauch spürte. Tom kam aus der Hütte und sofort zu mir. „Was ist passiert?“, fragte er und drehte mich auf den Rücken. Er riss die Augen weit auf. In meiner rechten Bauchseite steckte ein spitzer Stock. Das tat also so weh. Tom wollte ihn rausziehen, aber ich hielt ihn auf. „Krankenwagen.“, hauchte ich und er nickte.
Kurz darauf kam der Krankenwagen und nahm mich mit. Im Krankenwagen wurde ich schon einmal unter Narkose gesetzt und träumte vor mich hin. - Tom saß vor mir und lächelte mich an. „Ich liebe dich.“, flüsterte er. Ich lächelte zurück und küsste ihn sacht. “Ich liebe dich doch auch.”, wisperte ich und er nahm mich ganz fest in den Arm.

Ich wurde im Krankenhaus wach und spürte einen Verband um meinen Bauch. Jemand hielt meine Hand gedrückt. „Tom?“, fragte ich leise und blinzelte. Die Hand wurde fester gedrückt. Ich lächelte leicht. „Bill, eigentlich wollte ich dir das nicht hier sagen, aber…“, begann Tom und ich sah ihn an. „…Ich liebe dich… unendlich doll.“, wisperte er. „Warum hast du mich so lange leiden lassen?“, fragte ich leise. Er schüttelte mit dem Kopf. „Ich weiß es nicht. Ich wollte es nicht wahr haben.”, sagte er. “Was war eigentlich vor einem Jahr in dieser Hütte?”, fragte ich. „Wir haben dort miteinander geschlafen.“, sagte er leise. „Oh, scheiße!“, rief ich aus. “Pscht, ist ja gut!”, meinte er und hielt mir den Mund zu. Als er die Hand wegnahm, spürte ich wenig später seine Lippen auf den meinigen. „Es tut mir so Leid, dass du so viel Leid erfahren musstest.“, wisperte er und drückte mir einen Kuss auf die Wange.

Kapitel 9: …trenn dich wieder von Bill…

Ich hatte es ihm wirklich gesagt… „Geh bitte nach Hause. Sag Mum Bescheid.“, bat Bill mich. Ich nickte und lief nach Hause. Auf dem Weg traf ich eine von meinen Ex-Freundinnen. „Sarah, was willst du?!“, keifte ich sie an. „Ich habe Beweisfotos. Schon sehr lange.”, sagte sie. Sie zeigte mir Fotos von der Nacht, als ich mit Bill geschlafen hatte. „Woher hast du die?!“, fragte ich aggressiv. „Ganz ruhig, die sind von mir. Ich bin euch gefolgt.”, lachte sie auf. “Bring sie nicht an die Presse!”, flehte ich sie an. „Was tust du dafür?“, fragte sie. „Alles.“, sagte ich. “Ok, trenn dich wieder von Bill und sei wieder mit mir zusammen.”, sagte sie. „Was?! Bist du des Wahnsinns?“, fragte ich sauer. “Nein, aber ich habe so viele schöne Fotos…”, lachte sie. „Aber…Ich… Ok, einverstanden.“, sagte ich niedergeschlagen. Sie schlang ihre Arme um meinen Hals und küsste mich. Mir liefen Tränen über die Wangen. Wenn ich mit Bill Schluss machen würde, würde er es sicher nicht verkraften. „Soll ich es deinem Schatz sagen?“, grinste sie böse. „Nein! Das mach ich selber.”, giftete ich sie an. Sie grinste weiterhin. „Ok, dann mach mal sofort.“, sagte sie fies. Ich schluckte. Dann nickte ich leicht. Ich drehte mich um. Bills Zimmer war mit dem Fenster zum Eingang gerichtet und ich erkannte ihn am Fenster. Er weinte. Ich rannte ins Krankenhaus und zu ihm ins Zimmer, aber er war nicht da. Die Badtüre war abgeschlossen. Ich hämmerte dagegen. “Bill! Mach keinen Scheiß!”, schrie ich und der Schlüssel drehte sich im Schloss. „Was willst du noch hier? Geh wieder zu Anna!“, keifte er. “Sarah.”, wisperte ich. “Dann eben die! Aber geh bloß wieder.”, fauchte er und legte sich in sein Bett. „Ich kann nichts dagegen tun.“, sagte ich leise. „Sie erpresst mich mit Fotos.“, wimmerte ich und begann zu weinen. „W…Was?“, fragte er. „Sie hat Fotos von letztes Jahr gemacht. Von uns beiden in der Hütte.”, wimmerte ich. Er begann ebenfalls zu wimmern. “Oh nein!”, schluchzte er. “Ich soll Schluss mit dir machen und wieder mit ihr zusammen sein. Es tut mir leid, mein Engel. Ich liebe doch nur dich.“, sagte ich und er nickte. „Ich glaube dir… Aber ich werde nicht mehr oft zu Hause sein.“ „Es tut mir so Leid.“, wisperte ich und lief wieder zu Sarah. „Hey Süßer. Ach ja, wir beide werden wegziehen. Nach Amerika. Und dein Bruder wird davon nichts erfahren. Deine Eltern werden wir dazu zwingen ihm zu sagen, du wärst gestorben. Also los Koffer packen Süßer.“, sagte sie und schob mich nach Hause.

Kapitel 10: Hurt


Ich saß im Krankenhaus auf dem Bett und heulte. Diese Anna, ne Sarah, war einfach zu gemein! Konnte sie es uns nicht einfach gönnen?! Mum kam reingestürmt. „Bill!“, weinte sie und nahm mich in den Arm. „Was ist?“, fragte ich. “Tom wurde von einem Lastwagen überfahren und ist gestorben. Vor 5 Minuten.“, heulte sie. „Nein! Was ist mit An… eh Sarah?”, fragte ich. “Auch erwischt worden…”, meinte sie und nahm mich fester in den Arm. Mein Gott! Ich begann schlimmer zu weinen. Hätte ich mich doch von ihm verabschieden können, wäre alles anders gewesen… Ich summte leise ein Lied vor mich hin und Mum bat mich, es doch zu singen…

Seems like it was yesterday when I saw your face
You told me how proud you were, but I walked away
If only I knew what I know today
Ooh, ooh

I would hold you in my arms
I would take the pain away
Thank you for all you've done
Forgive all your mistakes
There's nothing I wouldn't do
To hear your voice again
Sometimes I wanna call you
But I know you won't be there

Ohh I'm sorry for blaming you
For everything I just couldn't do
And I've hurt myself by hurting you

Some days I feel broke inside but I won't admit
Sometimes I just wanna hide 'cause it's you I miss
And it's so hard to say goodbye
When it comes to these rules

Would you tell me I was wrong?
Would you help me understand?
Are you looking down upon me?
Are you proud of who I am?

There's nothing I wouldn't do
To have just one more chance
To look into your eyes
And see you looking back

Ohh I'm sorry for blaming you
For everything I just couldn't do
And I've hurt myself, ohh

If I had just one more day
I would tell you how much that I've missed you
Since you've been away
Ooh, it's dangerous
It's so out of line
To try and turn back time

I'm sorry for blaming you
For everything I just couldn't do
And I've hurt myself by hurting you…

Ich brach in ein Tränenmeer aus und Mum ebenfalls. „Wieso?!“, wimmerte ich…

 

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Brüder

1. Teil: Kapitel 1-10 ; Kapitel 11-20 ; Kapitel 21-30 ; Kapitel 31-40 ; Kapitel 41-43 (Ende)
2. Teil: Kapitel 1-10 ; Kapitel 11- Ende
3. Teil: Kapitel 1 ; Kapitel 2

Deep Inside

1. Teil: Kapitel 1- 8 (Ende)

Zusatz

FFs: Lebe die Sekunde ; Totgeliebt ; Instant Karma
Sonstiges: Gegen Fremdenfeindlichkeit ; Bill ; Tom
Links