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Kapitel 41: Zweisamkeit

Ich fischte mit meiner einen Hand Bills Kette aus meiner Hosentasche und legte sie ihm wieder um den Hals. Er sah sie sich an und lächelte. „Das ist meine…“, wisperte er. „Das weißt du?“, fragte ich. Er nickte und kuschelte sich in meine Arme. „Was machen wir denn jetzt?“, fragte ich leise. Es begann leicht zu dämmern. Bill seufzte leise und sah der aufgehenden Sonne zu. Er hatte mir noch keine Antwort gegeben. Wieder seufzte er leise. „Ich habe Angst.“, wisperte er leise und schloss die Augen, weil die Sonne ihn blendete. Wovor hatte er Angst? „Ach, Bill…“, seufzte ich und vergrub mein Gesicht in seinen weichen, schwarzen Haaren. „Ich hab’ Angst vor anderen… Wenn sie es nicht akzeptieren und wenn sie dir wehtun… das will ich nicht… Davor habe ich große Angst.“, wisperte er und öffnete seine Augen und seufzte erneut. Ich drückte ihn fester an mich. „Keine Angst… Mir wird nichts geschehen… Mach dir keine Sorgen.“, nuschelte ich und er seufzte schon wieder. Bill, was liegt dir schweres auf dem Herzen? Sag es mir doch… Aber nein, er sagte es mir nicht. Er schwieg nun. Ich hob meinen Kopf. „Bill?“, fragte ich leise. Komm, wehe du bist jetzt eingeschlafen! Nein, er schlief nicht… Er weinte stumm. Ich drückte ihn fester an mich. Er schmiegte sich enger an mich. „Aber ich hab’ trotzdem Angst.“, sagte er wimmernd. „Bill, hör auf zu weinen… Wenn du weinst, dann geht es mir auch nicht gut… Ich will nicht, dass du weinst… dass du leidest... wegen mir…“, wisperte ich und er drehte sich zu mir. Seine Wangen zierten nasse Striemen, die den Fluss seiner Tränen zeigten. Er wollte etwas sagen, aber ich legte ihm einen Finger auf den Mund. „Ist schon gut… Du musst nichts mehr sagen. Ich bin immer da…Ich werde dich nie wieder alleine lassen.“, sagte ich und küsste ihn sacht. „Kay?!“, rief jemand. Bill erschrak und stand schnell auf. Er rannte zur Käfigtür und öffnete sie. „Bill…?“, fragte ich leise und er drehte sich noch einmal um. „Ich muss gehen…“, sagte er und verschwand. „Bill?“, rief ich ihm hinterher, aber er kam nicht zurück. Er blieb verschwunden… Ich wünschte, wir würden nicht hier sein und alleine, nur wir zwei, irgendwo sein, wo es ruhig ist und wir unsere Zweisamkeit genießen könnten… Ich zog meine Knie an meine Brust und umschlang sie mit meinen Armen. Müde und traurig legte ich meinen Kopf auf sie und schloss kurz die Augen. Stumme Tränen traten mir in die Augen. Was wäre, wenn er sein Gedächtnis nie wieder erlangen würde?... Es würde nie mehr so werden, wie früher… Nie wieder…

Kapitel 42: Aber das dürfen die nicht!

Ich rannte zum Haus zurück und vor der Tür stand der Häuptling. „Ah, da bist du ja… Wo warst du?“, fragte er. Ich öffnete gerade den Mund, um zu antworten, aber er unterbrach mich. „Ist ja auch egal… Ein Mann ist gekommen und will den Jungen aus dem Käfig mitnehmen…“, meinte er. Ich riss meine Augen weit auf. „Was?!“, kreischte ich und mir traten Tränen in die Augen. Die durften Tom nicht weg schicken! Das durften die NICHT! „Ja, der Mann meinte, er würde den Jungen gerne mit zurück nehmen und so…“, meinte Manoa. Ich schluckte heftig meinen Tränenkloß runter, aber er wanderte erneut wieder meine Kehle hinauf. „Nein…“, wisperte ich. „Hast du was gesagt?“, fragte Manoa. Ich schüttelte leicht mit meinem Kopf. „Dann ist ja gut. Geh du zum Medizinmann und hol den Mann ab und ich werde den Jungen aus dem Käfig holen.“, meinte er und stupste mich an in Richtung Haus des Medizinmanns. Ich wollte doch gar nicht, dass die Tom wegbrachten… Wieso tat ich dann, was ich sollte und nicht, was ich wollte? Ich legte meine Hände auf meine Ohren und schrie ganz laut. Der Medizinmann kam aus dem Haus gestürmt. Mit ihm ein Mann mit blasser Haut, fast farblosen, bläulichen Augen und braunem Haar. Ich sank weinend auf die Knie und vergrub mein Gesicht in den Händen. Der Medizinmann kam zu mir und kniete sich vor mich. „Was hast du?“, fragte er. „Ich will das nicht! Ich will das nicht!“, weinte ich und verbarg mein Gesicht in meinen Knien. „Tom! Tom!“, schrie ich und sprang abrupt auf. Der Medizinmann, der vor mir gekniet hatte, verlor das Gleichgewicht und fiel nach hinten auf den Boden. Ich sah nicht mehr zu ihm und beachtete den Mann gar nicht, sondern rannte los. Vor der Tür der Hütte des  Häuptlings stand eben dieser mit Tom. Der hatte die Hände zusammen gebunden und Manoa hielt das eine Seilende. Das andere war um Toms Hände geknotet. „Nanu? Wo ist denn der Mann?“, fragte Manoa verwundert. Vom anderen Ende des Weges kamen der Medizinmann und der Mann her gerannt. Ich sah zu Tom, der einen ängstlichen und verzweifelten Gesichtsausdruck hatte. Was sollte ich denn tun? Wenn dieser Mann ihn mitnehmen würde, hätte ich niemanden mehr… Niemanden… Ich hörte die beiden Männer näher kommen und fasste plötzlich einen Entschluss. Ich hatte meinen Blick gesenkt und jetzt schoss mein Kopf hoch. Manoa hatte mich beobachtet und erschrak jetzt. Er ließ das Seilende fallen und merkte das erst, als ich es schon gegriffen hatte und Tom hinter mir her in den Wald zog.
Als wir einige Meter von dem Dorf entfernt waren, stoppte ich und löste das Seil von Toms Handgelenken. Er nahm mich in den Arm. Ich legte meinen Kopf auf seine Schulter und schluchzte. „Die wollten dich mir wegnehmen… Aber das dürfen die nicht! Das dürfen die auf keinen Fall!“, schluchzte ich und Tom strich mir beruhigend über den Rücken. „Ist schon gut…“, wisperte er und küsste mich sacht. Ich schmiegte mich noch enger an ihn und wollte ihn nie wieder los lassen. „Wir sollten uns ein Plätzchen suchen, wo wir einige Zeit bleiben können… Und wo uns keiner findet.“, meinte Tom. Ich nickte und wir liefen durch den Wald. An einem See hielten wir, weil mir die Füße weh taten und Tom Durst hatte. „Wie lange sind wir jetzt gelaufen?“, fragte ich müde. „Lange genug. Hier bleiben wir. Es wird außerdem schon dunkel.“, meinte Tom und zog sich sein Shirt über den Kopf aus. Dann stieg er aus seiner Hose und sprang in den See. Das Wasser spritzte bis zu mir und natürlich bei mir mitten ins Gesicht. Ich setzte mich auf einen Stein und sah der untergehenden Sonne zu. Ich fand Sonnenuntergänge total schön und romantisch… So beruhigend und faszinierend, wie der Himmel sich in den schönsten Farben zeigte. Tom fand das zwar nicht ganz so unbeschreiblich toll, aber er mochte es auch. Was auch schön ist, ist ein Sternenhimmel in der Nacht, wenn man Vollmond hat und ganz viele Sterne sehen kann. Das ist auch romantisch und bezaubernd schön.
Plötzlich bekam ich eine Ladung Wasser ins Gesicht. „Hey! Bill! Träum nicht so viel vor dich hin, sondern komm auch rein.“, lachte Tom und ich musste meine Träumereien von sämtlichen Himmeln auf ein anderes Mal verschieben. Ich schlüpfte aus meiner Hose und ließ das Shirt neben der Hose auf den Boden fallen, nachdem ich es ausgezogen hatte und sprang dann auch in den See. Das Wasser war noch ganz angenehm warm, weil die Sonne den ganzen Tag darauf geprallt hatte. Tom schwamm zu dem Wasserfall und verschwand dahinter. Was hatte der denn jetzt schon wieder vor? Ich schwamm hinterher und blieb direkt unter dem Wasserstrahl stehen. Plötzlich legten sich zwei Arme um meinen Körper und jemand stand vor mir. Ich konnte nichts sagen, weil ich ein wenig erschrocken war, wusste aber auch, dass es Tom sein musste. Er legte seine Lippen sanft auf meine und wir küssten uns unter dem Wasserfallstrahl. Es war ein seltsames Gefühl. Immer wieder schmeckte ich das Wasser, aber auch Toms Zunge bemerkte ich, die sich vor nicht allzu langer Zeit in meinen Mund gemogelt hatte und jetzt mit meiner Zunge rangelte. Toms Zunge stupste immer wieder an mein Piercing und es kitzelte ein wenig. Langsam ließen wir uns unter Wasser gleiten und blieben auf einer Steinplatte, die nur niedrig im Wasser war, liegen, sodass wir noch mit dem Kopf über Wasser waren. Wenn man bedenkt, dass wir Brüder- sogar Zwillingsbrüder- sind, dann könnte man sich das hier gar nicht vorstellen, aber es ging, wie man sieht. Tom strich mir mit seiner Hand über den Rücken und fuhr mit den Fingerkuppen ganz langsam meine Wirbelsäule hinauf. Das versetzte mir eine hammer Gänsehaut und es schüttelte mich leicht. Tom kicherte leise und grinste dann nur noch weiter vor sich hin.
Nach einiger Zeit verließen wir das Wasser und Tom machte ein Feuer an. Aus großen Blättern hatte ich eine Decke zum drauf liegen und eine zum warm halten gemacht. Wir wärmten uns an dem Feuer etwas auf und trockneten das nasse. Als wir einigermaßen trocken waren, zogen wir uns den Rest unserer Kleidung wieder an und legten uns unter die Blätterdecke. Ich kuschelte mich an Tom, denn er war schön warm, und schlief rasch ein.

Kapitel 43: Abschied für immer?

Bill schlief rasch ein, nur ich lag noch wach da. Er war so goldig… Er hatte mich gerettet… ICH HATTE IHN WIEDER! Ich dachte noch ziemlich lange darüber nach, was wir jetzt machen sollten, aber dieses Nachdenken wurde dadurch unterbrochen, dass aus dem Gebüsch eine Horde der Krieger aus dem Dorf kam und auf uns zu. Ich rüttelte Bill sanft wach und als er die da sah, erschrak er heftig. „Lass den Prinzen gehen!“, sagte einer der Männer. Ich war verwirrt. Wieso sollte ich den entführen? Bill hatte mich „entführt“ und nicht ich ihn! Bill stand auf und lief zu ihnen. Die Männer traten schützend vor ihn und begannen, mit ihren Speeren auf mich einzustechen. Ich kugelte mich ein und wimmerte vor Schmerz. Bill begann laut zu kreischen und versuchte, an denen vorbei zu kommen. Der Hauptmann setzte zum Todesstoß an, aber Bill schaffte es, sich vor mich zu stellen. Er fiel neben mir auf den Boden und nahm mein Gesicht sacht in seine zarten Hände. Er strich mir über die Wange mit seinem Finger. „Geht es dir gut…? Ich konnte sie nicht aufhalten… Es tut mir so leid…“, weinte er. Sanft strich ich seine Tränen weg. „Ist schon gut, du bist doch nicht daran Schuld… Wein nicht…“, wisperte ich. Er sah mir in die Augen und schluchzte. Ich lächelte ihn sanft an. Er lächelte leicht zurück. Dann drehte er sich um. „Bringt ihn zum Medizinmann! Sofort!“, schrie er und brach zusammen. Ich erschrak und die Krieger ebenfalls. Dann wurden wir ins Dorf zurück gebracht. Der Mann war immer noch da. Der Häuptling und seine Frau eilten zu Bill und ich wurde in das Zelt des Medizinmanns gebracht, wo ich verarztet wurde. Kurz danach kam der Mann rein. „Ja, ich nehm ihn mit.“, sagte er. „Wohin nehmen sie mich mit?“, fragte ich. „Nach Hong Kong.“, sagte er. „Und was ist mit…?“ „Kay bleibt hier.“, sagte er. Mir traten Tränen in die Augen. Ich schüttelte mit dem Kopf. „Dann bleibe ich auch hier.“, sagte ich fest. Er schüttelte mit dem Kopf. „Du gehörst hier nicht hin…“, sagte er. „Aber er doch auch nicht!“, schniefte ich. „Er hat hier sein zu Hause…Und nun komm…“, sagte der Mann. Ich stand langsam auf und lief zu dem Mann. „Darf ich mich wenigstens verabschieden?“, fragte ich schniefend. Er nickte leicht. „Aber er schläft…“, meinte er. Ich lief zur Hütte des Häuptlings und wurde von seiner Frau zu Bill ins Zimmer geführt. Er lag auf seinem Bett und schlief. Ich setzte mich neben ihn und strich ihm die Haare aus dem Gesicht. Er nuschelte kurz etwas und schlief dann weiter. Ich lächelte leicht. Dann beugte ich mich zu ihm runter und hauchte ihm einen Kuss auf die Stirn. Dann verließ ich, mit Tränen in den Augen, den Raum und die Hütte. Vor ihr wartete schon der Mann und er nahm mich mit zu einem Flugzeug. „Bitte Bill… Sei mir nicht böse…“, wisperte ich. Plötzlich kam Bill auf die Landefläche gestürmt und fiel auf die Knie. Er weinte stark. „TOM!“, schrie er weinend. „Ist das ein Abschied für immer?“, weinte er. Ich schloss kurz die Augen. Tränen liefen meine Wangen entlang. „Es tut mir Leid… Ich liebe dich… Leb wohl…“, wisperte ich und das Flugzeug hob ab. Ich sah noch, wie Bill weinend zusammen brach und nicht mehr aufstand, aber ich konnte ihm nicht helfen… Leb wohl, mein Engel… Wir werden uns nicht wieder sehen… Das denke ich zumindest…

 

Ende…………

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Brüder

1. Teil: Kapitel 1-10 ; Kapitel 11-20 ; Kapitel 21-30 ; Kapitel 31-40 ; Kapitel 41-43 (Ende)
2. Teil: Kapitel 1-10 ; Kapitel 11- Ende
3. Teil: Kapitel 1 ; Kapitel 2

Deep Inside

1. Teil: Kapitel 1- 8 (Ende)

Zusatz

FFs: Lebe die Sekunde ; Totgeliebt ; Instant Karma
Sonstiges: Gegen Fremdenfeindlichkeit ; Bill ; Tom
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