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 Schließlich sind wir Brüder 

Prolog:
Nach 3 Jahren verschwindet Bill aus dem Dorf und sucht vergeblich seinen Bruder, denn der ist in den Untergrund abgerutscht und dealt mit Drogen. Bill hingegen beginnt eine Karriere bei der Polizei. Eines Tages wird ein junger Mann beim dealen erwischt und eingebuchtet. Dieser Typ ist in der Dealerbranche ein ziemlich großes Tier und hat Verbindungen zu Luzifer, dem Untergrundoberhaupt schlechthin, und der hat etwas mit Bills Fall zu tun. Der jedoch stellt nicht fest, dass dieser Dealer eigentlich sein Bruder ist, was der von Bill auch nicht herausfindet, und die beiden geraten in einen heiklen Fall, da Tom der Polizei helfen will… denn er hat sich in den jungen Polizisten verguckt.

Kapitel 1: Anschlag!
„Leg, verdammt noch mal, die Karten endlich auf den Tisch!“, schrie ich den Typen vor mir an und stemmte meine Hände auf dem Tisch ab. Er grinste nur. Ich schwang die Arme hoch und legte sie in meinen Nacken. Ich stöhnte auf. „Man, wenn du jetzt nicht sofort auspackst, wanderst du ebenso lange ins Kittchen, wie deine Kumpels!“, keifte ich. „Bill, ist gut. Ich mach weiter hier.“, meinte Marcel. Ich schüttelte mit dem Kopf. „Das ist mein Fall und mein Verdächtiger!“, meinte ich und er ging wieder auf seinen Platz. „Ich soll auspacken?“, lachte mein Gegenüber feixend. Er beugte sich über den Tisch zu mir, sodass seine Nase meine fast berührte. „Ich sag dir gar nichts, Süßer.“, flötete er und fiel zurück in den Sitz. Ich fuhr mir mit der Hand durchs Gesicht. „In die Zelle.“, meinte ich und der Typ wurde abgeführt. Ich ging in mein Büro und ließ mich erschöpft in meinen Sessel fallen.
„Na, wieder ne’ harte Nuss?“, fragte Julie amüsiert. „Ja, man. Der ist richtig scheiße!“, meinte ich. „Aha. Und, wie sieht er aus?“, fragte sie und beugte sich zu mir über den Tisch rüber und grinste keck. „Ja, geht…“, grinste ich. „Geht das genauer?“, fragte sie. „Lange blonde Dreads, die hinten aus seiner Cap raushängen, weite Klamotten, braune Augen und ein super süßes Lächeln.“, meinte ich. Julie grinste. „Genau dein Typ, nich?“, lachte sie. „Julie! Das ist ein Sträfling! Und ich bin Polizist!“, meinte ich entrüstet. „Aber du würdest ihn gerne mal durchnehmen, nich?“, fragte sie weiter. „Na ja, er ist schon geil, nicht?“, grinste ich. „Billilein ist mal wieder verknallt.“, lachte sie. „Halt die Klappe, du Schlampe!“, grinste ich. „Schwuchtel, beleidige mich nicht!“, neckte sie zurück. „Ach, ihr seid mir zwei…“, meinte Miriam. Wir sahen sie grinsend an. „Schlimm, ey….“, meinte sie und widmete sich wieder ihrer Fallakte. „Warum verknallst du dich immer in Sträflinge?“, fragte Julie grinsend. „Tja, keine Ahnung. Ich liebe die Gefahr halt.“, grinste ich keck. Julie kicherte kurz.
„Bill, dein Verdächtiger möchte mit dir reden…“, meinte Julius. Ich seufzte. „Erst will er nicht und jetzt etwa doch? Der geht mir jetzt schon auf die Nerven…“, meinte ich. „Was sich liebt, das neckt sich.“, meinte Julie zu Miriam und die beiden kicherten. „Das hab ich gehört!“, rief ich, während ich zu den Gefängniszellen lief.
Julius öffnete die Zelle des Typen von vorhin. Warum hatte mir eigentlich niemand den Namen gesagt?! Ich betrat die Zelle und die Tür wurde hinter mir geschlossen. Der junge Mann saß auf dem Bett und sah zu mir. „Wenn ich dir alles verrate, komme ich dann in ein Zeugen Schutz-Dingsda?“, fragte er. „Ich denke mal schon.“, meinte ich. „Ok, dann sag ich dir jetzt, was Luzifer vorhat.“, meinte er. „Luzifer?“, fragte ich. „Ja, das ist der Deckname von unserem Boss. Also er lässt morgen Abend im Casino in einem der Hinterräume ein Treffen veranstalten… Da kommen die ganzen großen Leute der Unterwelt hin. Drogendealer, Zuhälter, Mörder… halt alle Verbrecher so… Na ja… Und dann wollen die sich austauschen, um die Polizeistation, diese übrigens, zu stürmen und die Polizisten alle umzubringen.“, meinte er. „Was?!“, fragte ich total außer mir. „Ist halt so.“, meinte er. „Ok, ok… Wann steigt das Ganze?“, fragte ich. „Um 22 Uhr.“, meinte der Typ. „Ok…“, meinte ich und wollte die Zelle verlassen, aber er war aufgesprungen und hielt mich an der Schulter fest. Er drehte mich um. „Und was ist jetzt mit mir?“, fragte er. „Ich werde mit meinem Vorgesetzten darüber sprechen.“, meinte ich und riss mich los. Ich drehte mich wieder um und wollte nun endlich die Zelle verlassen, da spürte ich ein kneifen im Arsch. Ich drehte mich zu ihm um und er grinste breit. Ich lief rot an und sah ihn leicht wütend an, dann verschwand ich rasch aus der Zelle.

„Aber er hat doch geredet!“, meinte ich aufgebracht und schlug mit beiden Händen auf den Tisch vor mir. „Ja, aber er ist trotzdem ein Verbrecher.“, meinte der Hauptkommissar dieser Station. „Ich hab ihm versprochen, dass er in ein Zeugen Schutzprogramm kommt!“, meinte ich schreiend. „Na und? Dazu haben sie sowieso kein Recht. Sie sind nicht das Oberste.“, meinte er. „Aber…!“ „Kein „Aber“! Gehen sie jetzt zurück zu ihrem Schreibtisch!“, meinte er und machte mir eine Geste, zu verschwinden. Ich schnaubte verächtlich und verließ wütend das Büro. Die Tür hatte zu leiden, als ich sie geräuschvoll zuknallte. „Sie sind hier nicht das Oberste…“, äffte ich den Hauptkommissar nach. Ich ließ mich in meinen Sessel fallen und verschränkte die Arme vor der Brust. „Na, Billilein. Hat er dich wieder fertig gemacht?“, fragte Miriam. „Halt die Klappe!“, meinte ich. Die Tür des Büros des Hauptkommissars, welche ich kurz zuvor so schlecht behandelt hatte, ging auf und der Hauptkommissar streckte den Kopf hinaus. „Miriam! Würden sie bitte mal kommen?“, rief er. Miriam rollte mit den Augen und ging zu ihm.
Wenig später brachte einer der neuen Kollegen ein Packet zum Hauptkommissar. Julie ging sich einen Kaffee holen und ich ging kurz zu dem Snackautomaten. Plötzlich gab es einen lauten Knall und kurz darauf wirbelten Wandstücke durch die Luft. Eines traf mich im Bauch und eins am Kopf und ich fiel zu Boden.
Nachdem sich alles gelegt hatte, kam Julie zu mir und half mir hoch. „Alles ok?“, fragte sie. Ich nickte leicht. „Geht schon.“, meinte ich. Als wir uns umdrehten und zufällig zum Büro unseres Vorgesetzen sahen, traf uns der Schlag. Es war komplett zerstört- einfach in die Luft gegangen. Wir eilten hin, sowie alle anderen unserer Ebene auch, und durchsuchten die Trümmer.
Julie und ich fanden nach einiger Zeit Miriam, die einige schlimme Verletzungen hatte. Andere Kollegen bargen den Hauptkommissar. Der jedoch war tot. Wir riefen einen Krankenwagen und ich und Miriam wurden ins Krankenhaus gebracht.
Dort wurden meine Wunden am Bauch und am Kopf behandelt und ich durfte wieder gehen. Miriam lag auf der Intensivstation. Dort lief ich sofort hin, um mich nach ihr zu erkundigen.
„Zimmer 221.“, sagte eine Schwester und ich wurde dort hin gebracht. „Familienmitglied?“, fragte eine Schwester. „Nein, Arbeitskollege.“, sagte ich. Sie nickte kurz und gab mir einen Kittel. Den zog ich über und durfte dann den Raum betreten. Miriam sah gar nicht gut aus. „Bill?“, fragte sie leise. Ich nickte und setzte mich neben ihr Bett. „Bill, Herr Meier hat mich zur Hauptkommissarin ernannt, weil er bald in den Ruhestand gehen wollte… Aber ich schaff das in dem Zustand ja nicht…“, meinte sie. „Und deshalb möchte ich, dass Julie für die Zeit, die ich nicht da bin, die Hauptkommissarin ist.“, sagte sie und ich nickte. „Werde ich ihr sagen. Und du werd bitte schnell wieder gesund.“, sagte ich und sie nickte. „Ich werd’s versuchen.“, sagte sie. „Und jetzt geh wieder an die Arbeit.“, lächelte sie. Ich nickte und verließ das Krankenhaus. Hoffentlich ging es ihr bald wieder gut.

Kapitel 2: Süße Sünde

Ich stand vor dem Krankenhaus. Grinste. Die Explosion hatte meine Zellenwand zerstört. Jetzt war ich wieder frei! Aber dieser junge Polizist war richtig heiß! Meine Freunde standen neben mir. Als der junge Polizist aus dem Krankenhaus kam, nickte ich meinen Freunden zu und sie liefen zu ihm hin. Als sie zurückkamen, hatten sie ihn in ihrer Mitte. Er währte sich heftig. Ich trat zu ihm. Legte zwei Finger unter sein Kinn und hob es an. „Na, Süßer. Jetzt bist du auf der anderen Seite der Straße.“, sagte ich und er wurde in unseren Bus geschubst. Wir stiegen ein und fuhren zu unserem „Hauptquartier“.
Wir stiegen aus und ich lief zur Rückseite des Busses. Ich öffnete die Tür und zog den schwarzhaarigen aus dem Kofferraum. „Keine Angst, die tun dir nichts, solange ich Interesse an dir habe.“, flüsterte ich ihm zu. Er sah mich nicht an- sah auf den Boden. „Bringt ihn in mein Zimmer.“, sagte ich. Und weg war er.

Langsam öffnete ich die Tür zu meinem Zimmer. Ich spähte hinein. Der junge Schwarzhaarige saß auf meinem Bett und hatte sich eingeigelt. Ich trat in den Raum und schloss die Tür hinter mir. Langsam ging ich zu ihm hin und strich mit meiner Hand durch seine Haare. Er hob leicht den Kopf und sah mich an. Ich lächelte ihn an und er lächelte auch leicht. „Keine Angst…“, sagte ich und setzte mich neben ihn auf das Bett. Ich strich eine, ins Gesicht gefallene, Haarsträhne hinter sein Ohr und hob sein Kinn an. Ich zog ihn sacht zu mir und küsste ihn. „Ich…“. Stammelte er und löste sich von mir. „Ich kann doch nicht… Ich bin doch… Scheiße…“, fluchte er und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. „Was hast du denn?“, fragte ich ihn. „Ok, du bist ja schon ziemlich süß und irgendwie ist da was, aber ich… ich meine, du bist kriminell und ich, ich bin Polizist. Das geht doch nicht!“, stammelte er sich zurecht. Ich grinste. „Aber ist da nicht der Reiz dazu, was Verbotenes zu tun?!“, fragte ich. „Ich habe schon einmal was Verbotenes getan und… Zum Glück weiß es keiner… Aber wenn ich noch einmal und das rauskommt…“, meinte er. „Schon mal?“, fragte ich. „Ich hatte vor drei Jahren… Eine Beziehung mit meinem Zwilling…“, meinte er. „Das hatte ich auch.“, meinte ich. Er sah zu mir. „Wirklich?“, fragte er. Ich nickte. „Aber wir wurden getrennt.“, meinte ich. Er nickte. „Wir auch…“, meinte er. „Na ja… Aber was jetzt zählt, ist der Moment, nicht?“, fragte ich und zog ihn wieder zu mir rüber. Er schmunzelte. „Ich weiß nicht, ob das…“ „Doch, es ist gut.“, meinte ich und küsste ihn erneut. Langsam schloss er seine braunen Augen und ließ sich nach hinten fallen.

Er war ein interessantes Spielzeug. Viel effektiver, als die davor und Energiegebündelter. Keuchend lag ich auf ihm. Keuchend lag er unter mir. Ich stieß erneut zu und er stöhnte auf- wand sich unter mir. Ich machte mir keine Gedanken um die Folgen, die dies tragen würde. Kein einziger Gedankengang wurde auch nur auf Folgen oder Ähnliches verwendet. Das einzige, woran ich dachte, waren diese Geschehnisse, die sich hier abspielten. Mein Gegenüber stöhnte immer wieder lustvoll auf und krallte seine Finger in meinen Rücken. Auch ich musste stöhnen. So viel Lust war kaum zügelbar. Hitze hatte sich in mir aufgestaucht- wollte hinaus. Ich glühte- Schweiß trat aus meinen Poren. Meinem Gegenüber ging es nicht minder so wie mir. Er hatte eine rötliche Färbung angenommen und seine Haut war mit einem dünnen Schweißfilm überzogen. Lustvoll stöhnte er auf und fing dann mit seinen Lippen meine ein. Ich stieß feste zu und er trennte abrupt seine Lippen von meinen, um keuchend und laut aufzustöhnen. Dabei warf er den Kopf in den Nacken und ich setzte meine Lippen auf seinem Hals auf. Nahm die dünne Haut zwischen sie und biss ein wenig hinein. Als ich wieder von seinem Hals abließ, hinterblieb ein roter Fleck. Der Junge unter mir keuchte. Nicht mehr lange… Ich strich mit meinen Händen über seinen Bauch und streichelte seinen Bauch abwärts. Desto näher ich meinem Ziel kam, desto lauter stöhnte und keuchte er. Als ich angekommen war, umfasste ich vorsichtig sein Glied und strich es hinauf und hinab. Mehrere Male wiederholte ich dies. Sein Stöhnen überschlug sich fast- er konnte nicht mehr aufhören damit. Ein weiteres Mal stieß ich in ihn. Jetzt…. Mit einem leisen Seufzen kam ich zum Höhepunkt. Mein Becken beruhigte sich nur langsam. Meine Finger lagen noch immer um sein Glied geschlossen. Ein paar letzte Male strich ich es hinauf und hinab. Dann kam er mit einem keuchenden Stöhnen und ich stieß ein letztes Mal in ihn. Dann ließ ich mich neben ihn fallen und sah seiner Brust zu, wie sie sich rasch hob und sank. „Wow…“, keuchte ich atemlos und versuchte, meine Atmung zu regeln. Auch er hatte sichtlich Probleme mit Luftholen. Er nickte nur einmal und schloss dann langsam die Augen. Ich besah mir seinen Körper ein weiteres Mal. So wunderschön, wie er, war keiner… Niemand würde je wieder an seine Schönheit heran kommen. Ich lächelte leicht.

Meine Atmung hatte sich wieder beruhigt und die Person neben mir war in einen sanften Schlaf gefallen. Ich richtete mich auf und zog mich wieder an. Ich stand auf und legte die Decke über den Schwarzhaarigen. „Dann träum mal weiter süß… Kleiner.“, flüsterte ich und verließ den Raum.
Als ich in der Eingangshalle ankam, saß Luzifer in einem Sessel und sah zu mir, als ich den Raum betrat. „Hallo Tom.“, sagte er und kraulte seinen Kater hinter den Ohren. „Hallo.“, sagte ich. „Ich hörte, du wurdest festgenommen?“, meinte er. „Ja, aber ich hab’s da raus geschafft.“, sagte ich und setzte mich in den Sessel Luzifers’ gegenüber. „Hast du vorher gesungen?“, fragte er. „Ja, aber der Polizist ist hier bei uns.“, meinte ich. „Ich hab ihm nur ein wenig Lügen erzählt… was heißt, eigentlich habe ich nicht gesungen.“, meinte ich. „Ah. Du hälst also einen jungen Polizisten als Geisel?“, fragte Luzifer. Ich nickte. „Darf ich ihn mal sehen?“, fragte er. Ich nickte und führte ihn zu meinem Zimmer. Ich öffnete die Tür und Luzifer sah hinein. „Niedlich…“, meinte er und trat näher zum Bett. Er schlug die Decke beiseite und besah ihn sich. „Darf ich ihn haben?“, befahl er eher, als er fragte. „Nein. Das ist meine Geisel!“, meinte ich ernst und schritt mit schnellen Schritten zum Bett- schlug die Decke wieder über ihn. Luzifer wirkte beleidigt und schritt aus dem Raum. Ich deckte den Jungen ordentlich zu und folgte Luzifer. „Morgen Abend komme ich wieder und mache dir für ihn ein Angebot, was du nicht ausschlagen werden kannst.“, sagte er selbstsicher und verschwand. „Denkste!“, dachte ich mir. Ich lief in unsere Bar und kippte eine Flasche Wodka auf Ex. Dann ging ich in mein Zimmer und legte mich schlafen. Den jungen Schwarzhaarigen hielt ich in meinen Armen und drückte ihn, wie ein Kuscheltier, an mich. Das beruhigte ungemein und ich schlief schnell ein.

Kapitel 3: Du bist es?!
Ich wache auf und keiner ist im Raum, außer mir. Der Junge scheint schon weg zu sein. Ich finde einen Zettel neben mir.

Hi!
Ich bin heute Mittag um 1 wieder da. Am besten verlässt du nicht das Haus.
Ciao Tom

Tom heißt er also… Sehr schöner Nam… TOM?! Ich rufe mir sein Bild vor meinem inneren Auge vor. Das kann doch nicht wahr sein! Nur ein Traum! Ich springe auf und schlüpfe in mein Zeug. Dann stürme ich aus dem Raum und sehe auf eine Uhr. Kurz vor 1. Ich komme gerade in den Flur gerannt, als die Haustür aufgeht. Tom betritt das Haus und schließt die Tür wieder hinter sich. Als er sich umdreht, lächle ich ihn an. „Tom…? Sagst du mir wie du mit Nachnamen heißt?“, fragte ich leise und sanft. Tom kam zu mir und strich mir die Haare hinters Ohr. „Soll ich das?“, fragte er eben so leise. Ich nickte leicht. „Ich heiße Tom Kaulitz.“, wisperte er. Freudentränen laufen meine Wangen hinab. Ich muss aufschluchzen. Tom sieht mich verwirrt an. „Hab ich etwas Falsches gesagt?“, fragte er. Ich schüttele mit dem Kopf. „Nein…“ Ich falle ihm um den Hals und weine. „Tom… Weißt du eigentlich, wie lange ich dich gesucht habe?“, schluchzte ich. „B…Bill?“, fragte Tom verwirrt und überrascht- überglücklich. Ich nickte leicht und er drückte mich an sich. Jetzt liefen auch bei ihm Tränen. „Ich dich auch… So lange.“, schniefte er und küsste mich sanft.
Als unsere Lippen sich voneinander lösten, sah er mich lächelnd an. „Tom…? Warum tust du das alles? Warum bist du kriminell?“, fragte ich. „Ich dachte, ich bekäme hier Hilfe, um dich zu finden. Luzifer sagte mir du wärst tot!“, erklärte Tom. „Nein, bin ich nicht. Ich stehe vor dir. In Fleisch und Blut.“, lächelte ich und lehnte meinen Kopf gegen seine Brust. „Ich hab dich so vermisst.“, nuschelte ich in den Stoff seines Shirts. Er legte seinen Kopf sanft auf meinen. „Ich dich auch.“, erwiderte er. Ich löste meinen Kopf von seiner Brust und sah zu ihm hoch. „Liebst du mich immer noch?“, fragte ich leise. Er lächelte. „Natürlich liebe ich dich noch. Niemals jemand anderes…“, meinte er. Es klingelte an der Tür. Tom sah hinaus. „Das ist Luzifer! Geh wieder ins Bett und tu so, als ob du schläfst, wenn er rein kommt!“, raunte Tom und schubste mich zu seinem Zimmer. Hinter mir verschloss er die Tür. „Tom, warum tust du das?“, fragte ich, als er den Schlüssel unter der Tür durch gleiten ließ. „Ich will nicht schwach werden und dich verkaufen… Luzifer wird mich sicher abfüllen oder ähnliches. Bitte, versteh das! Ich will dich nicht wieder verlieren!“, sagte er und ging wieder zur Haustür. Mir liefen Tränen die Wangen hinab. Das war doch nicht fair! Wieso war Tom so bestechlich, dass er sich vor sich selbst schützen musste? Mich, sein ein und alles, hier einsperren und den Schlüssel mir geben, damit ich nicht von ihm genommen werde, weil er mich verkaufen will. Ich setzte mich aufs Bett und hob ein Stück Papier vom Boden auf. Ein Steckbrief. Tom Kaulitz, gesucht wegen Mord und Drogenkonsum… Tot oder lebendig. Prämie 100.000 Euro… Oh Tom, wieso bist du so tief reingerutscht? Meine Tränen liefen weiterhin. Ich hörte Stimmen aus dem Flur. Sie blieben jedoch dort erst einmal für einige Zeit. Dann wurden sie leiser und verschwanden dann. Ich legte mich auf das Bett und sah an die blaue Decke. Ich atmete tief ein und erhob mich nach einiger Zeit wieder- lief zum Fenster und öffnete es. Ich sah hinaus. Vor mir sah ich Fabrikschornsteine und Bahnschienen. Die Luft stank ekelhaft und ich drohte daran halb zu ersticken. Ich schloss das Fenster wieder und lief zu einer von Toms Jacken. Zielstrebig griff ich in die Tasche dieser Jacke und bekam das zu fassen, was ich darin vermutet hatte. Er hatte nicht aufgehört… Kein Stück. Kam mir grade aber Recht. Ich nahm mir eine Zigarette aus der Schachtel und zündete sie an. Dann stellte ich mich wieder ans Fenster und zog den Rauch tief ein. Danach pustete ich ihn langsam wieder aus. Ich seufzte und zog erneut an der Zigarette. Wenn Tom doch nur hier wäre, wäre mir jetzt sicher nicht so langweilig und ich würde mich nicht so schlecht fühlen. Apropos schlecht fühlen, mir ging es nicht nur seelisch schlecht. Mir wurde auf einmal speiübel und ich bekam tierisch schmerzende Kopfschmerzen. Es begann vor meinen Augen zu flimmern und ich ließ die Zigarette fallen. Sie blieb auf dem Teppichboden liegen. Ich fasste mir an den Kopf und taumelte rückwärts aufs Bett. Darauf fiel ich und schloss die Augen. Der Schmerz ließ kein bisschen nach und ich meinte er würde sogar schlimmer werden. Ich spürte ein Drücken im Bauch- nur kurzzeitig. Dann spürte ich etwas Kaltes, Stechendes an meiner einen Schläfe und es drückte nach innen. Ich sah mich um. Hier war niemand. Ich sah neben dem Bett eine Flasche Wasser stehen und nahm sie mir. Ich nahm ein paar Schlücke hinaus, aber es wurde nicht besser. Mein Bauch tat weh, mir war übel und mein Kopf drohte zu platzen und dieser Druck bliebe ebenfalls gerne bei mir. Ich atmete tief ein und wieder aus. Plötzlich roch ich Rauch. Die Zigarette! Ich richtete mich quälend auf und sah, dass der Boden Feuer gefangen hatte und jetzt anfing, zu brennen. Ich lief ins Bad und füllte einen Becher mit Wasser und lief zurück. Ich kippte das Wasser über das Feuer und es wurde wieder klein. Ein weiteres Mal tat ich dies und es erlosch. Ich hob die Zigarette, oder das was von ihr übrig war, auf und warf sie in den Aschenbecher. Dann ließ ich mich wieder aufs Bett fallen. Mein Kopf dröhnte immer noch und mein Bauch wollte auch weiterhin wehtun. Das Drücken an der Schläfe wurde immer fester. Ich spürte, wie mir ein kalter Schauer über den Rücken lief und ich bekam eine Gänsehaut. Wovor hatte ich Angst? Oder waren dies Toms Emotionen? Was machten die mit ihm?! Ich kroch zur Tür und wollte sie öffnen- sehen was mit Tom war- was die mit ihm machten-, aber ich hatte nicht genug Kraft dazu.

Kapitel 4: Nein…!
„Luzifer, das bringt dir rein gar nichts!“, zischte ich. Er würde nie bekommen, was er verlangte! „Oh doch! Gib ihn mir, oder du bist tot!“, drohte er. Der Pistolenlauf wurde mir fester gegen die Schläfe gedrückt. Ich hatte Angst- große Angst, dass sie Bill was antaten. Die würden ihn nur über meine Leiche bekommen! „Tom, wenn du jetzt nicht vernünftig wirst…!“, zischte Luzifer. Er war rasend- wütend. „Du bekommst ihn nicht! Ich hab es dir schon mal gesagt, aber du scheinst schwerhörig zu sein!“, erwiderte ich. Er zog tief die Luft ein. „Aber ich kann dich nicht erschießen! Dann stehen so viele Leute gegen mich! Du bist einfach zu hoch, dass man dich einfach um die Ecke bringen kann!“, zischte Luzifer. Ich grinste. Tja, sein Pech, dass ich so viele Freunde hatte. „Was aber nicht heißt, dass ich es nicht trotzdem machen könnte…!“, zischte er wieder. Ich schluckte. „Marco, geh zu seinem Zimmer und hol den Kleinen.“, meinte er zu Marco und der lief los.
Aber er kam kurz darauf ohne Bill wieder. „Abgeschlossen.“, sagte er. „Du… Gib mir sofort den Schlüssel!“, kreischte Luzifer. Er wurde immer wütender. „Ich hab ihn nicht.“, sagte ich grinsend. Das trieb ihn in den Wahnsinn. Kann ich doch nichts für, dass ich ihn Bill gegeben habe… oder etwa doch? Zu lustig. „Durchsucht ihn!“ Ich wurde abgetastet und durchsucht, aber sie fanden den Schlüssel natürlich nicht.
Plötzlich hörte ich ein Tapsen und dann stand Bill mit tränenüberströmtem Gesicht in der Tür. „Ah, da bist du ja.“, sagte Luzifer und lief zu ihm. Wenn er… er… Arsch, wag es dich ja nicht, ihn… Er lief um ihn herum und begutachtete ihn genauestens. Auch berührte er ihn, aber Bill sah nur starr zu mir, wie mir die Pistole an die Schläfe gehalten wurde. Er weinte stumm weiter. Ich konnte diese Tränen nicht sehen. Sie wurden meinetwegen vergossen und das durfte nicht sein! Bill hatte doch so ein schönes Gesicht und das durfte nicht von Tränen benetzt werden. So ein wunderschönes Wesen durfte nicht traurig sein- nicht weinen… „Ok, dann gehen wir, nicht Süßer?“, sagte Luzifer zu Bill. „Ich komme mit…“, sagte dieser leise. „Ab…“, wollte ich einschreiten, aber Bill unterbrach mich. „…wenn ihr Tom in Ruhe lasst.“, sagte er und sah zu Luzifer. Der grinste und nickte. Bill! Trau ihm nicht! „Nehmt die Pistole runter.“, sagte er, drehte Bill um und schritt mit ihm Richtung Tür. Hinter seinem Rücken zeigte er seinen Daumen und ließ ihn nach unten zeigen. Ich wusste es… Langsam schloss ich die Augen- bereitete mich auf mein Ende vor… Oder jedenfalls auf Schmerzen… Der Mann mit der Pistole drehte sich im Gehen wieder um und zielte auf meinen Bauch. Ein Schuss fiel und ich sackte zu Boden. Blut lief aus meinem Mund. Mein Bauch schmerzte. Langsam öffnete ich wieder die Augen. Ich sah, wie Bill sich erschrocken umdrehte und als er mich sah, riss er sich von Luzifer los und stürmte zu mir. Er fiel neben mir auf die Knie und bettete meinen Kopf in seinem Schoß. Hastig und unkontrolliert strich er mir über die Wangen. „T…Tom….Ich wollte das nicht… Es… es tut mir so Leid…“, wisperte er und Tränen liefen wieder sein markeloses Gesicht hinab. „Man kann ihm nicht trauen, Bill.“, wisperte ich mit belegter Stimme. Bill nickte leicht. „Du hast ja Recht… Es tut mir so Leid…“, wisperte er und beugte sich zu mir runter, um mir einen Kuss zu geben. Seine Lippen schmeckten nach Salz von seinen Tränen und diese vergoss er immer noch. „Wein nicht, Bill. Engel weinen nicht.“, flüsterte ich, nachdem wir den Kuss gelöst hatten. Er schlug sich die Hände vor dem Mund zusammen und weinte noch mehr. „Erschießt sie! Alle beide!“, kreischte Luzifer, der bemerkt hatte, dass er verloren hatte. Er würde Bill nie bekommen! Nie! Bill zitterte, stand aber langsam auf. „Schießt doch und werdet seinetwegen Mörder, die keiner mehr leiden kann! Wie er schon gesagt hat, ist Tom nicht gerade unbeliebt hier in eurer „Unterwelt“ und viele werden euch verachten, beschimpfen, sich von euch abwenden… Wenn ihr das wollt, dann schießt…“, sagte Bill mit fester Stimme. Ich spürte jedoch seine Angst. Er war nicht so stark, aber er strengte sich an… für mich. Nach und nach senkten die Männer ihre Pistolen. Luzifer drehte halb durch und entriss einem Mann die Pistole und zielte auf Bill. „Törichter Junge!“, schrie er und schoss. Es gab einen lauten Knall. Danach vernahm man einen dumpfen Aufprall. Meine Augen weiteten sich vor Angst und Schreck. NEIN! Bill war auf die Knie gefallen und dann zur Seite gekippt…Einfach so über den Haufen geschossen worden! Mühsam kroch ich zu im hin und hielt mir meine schmerzende Bauchwunde. Die Kugel hatte Bill in der Brust getroffen. Er keuchte heftig. „B…Bill, nein! Du darfst mich hier nicht alleine lassen! Jetzt, wo wir uns wieder gefunden haben…“, weinte ich und tätschelte seine Wangen abwechselnd. Er durfte nicht einschlafen! Das wäre sein Tot! Er lächelte sanft, während Blut begann, aus seinem Mund zu laufen. „Keine Angst. Ich gehe nicht, weil ich dich nicht liebe… Ich gehe, weil ich dich liebe… Weil ich möchte, dass du lebst… Sei nicht traurig… Wein nicht um mich, denn wenn ich das vom Himmel…“, er deutete schwach nach oben, „…sehe, dann muss ich auch weinen und…“ Ich unterbrach ihn. „…Engel weinen nicht.“, sagte ich und eine Träne lief über meine Wange. Er nickte leicht und ich legte meine Lippen sanft auf seine. Er erwiderte den Kuss nicht. Ich schmeckte sein Blut, seine Tränen. Langsam hob ich wieder den Kopf und sah zu ihm hinab. Seine Augen sahen mich traurig und müde an.
„Bist du bescheuert?! Der Junge hat dir nie etwas getan!“, schrie einer der Männer Luzifer an. „Er hat sich mir in den Weg gestellt! Er wollte unsere Geschäfte sabotieren! Und Tom wollte sich gegen uns verschwören! Der Junge da ist POLIZIST!“, schrie Luzifer zu seiner Verteidigung. Die Männer sahen ihn ungläubig an. Dann sahen sie zu mir. „Tom, stimmt das? Ist er Polizist?“, fragten sie. „Ja, ist er… Aber er hätte uns nicht verraten, wenn ich ihn darum gebeten hätte… Er… er ist doch mein Bruder…“, weinte ich und vergrub mein Gesicht in Bills Brust. Er hatte die Augen müde geschlossen und sein Kopf war zur Seite gefallen. Er war… tot… „WAS?! Luzifer!!! Du hast die ganze Zeit Tom angelogen! Und uns ebenfalls! Wir haben doch Bill gesucht und du hast gesagt, er wäre TOT! Du wolltest ihn doch nur für dich, weil du ihn so anziehend fandest und damit Tom leidet, weil er viel beliebter ist als du und du das nicht ausstehen konntest!“, kreischte Markus und zielte auf Luzifer. „Markus, nicht. Der hat was anderes verdient… Wenn wir… ihr ihn der Polizei ausliefert bekommt ihr eine mindere Strafe, könnt vielleicht ein neues Leben anfangen, und er eine sehr hohe… Er hat einen Polizisten ermordet… Und die Hauptkommissarin war sehr gut mit ihm befreundet.. Der kann sich schon auf was gefasst machen… und die anderen Straftaten sind da auch noch.. Das quält ihn viel…viel mehr…“, keuchte ich und nahm kurz die Hand von meinem Bauch. Die Wunde blutete immer noch stark. Markus kam zu mir und hob mich auf seine Arme. Lukas hob Bill hoch. Die anderen brachten Luzifer zu einer Polizeistation und wir wurden in ein Krankenhaus gebracht… Mein Engel war von dannen gegangen, ohne mich zu fragen! Ich weinte immer noch. Das konnte er doch nicht bringen…

Kapitel 5: Heaven is it bright here!!

Langsam öffnete ich die Augen. Mein Fall war beendet. Ich sah mich um. Alles war weiß… Ich stand neben einem Bett. Wer lag denn da drin? Oh mein Gott! Das war… ich! Aber wie sah ich aus? Weiß- blass- und leblos lag ich da. Atmen schien ich nicht mehr zu tun. Nein! Ich wollte nicht sterben! Ich rüttelte an mir und schüttelte. Plötzlich blitzte es, alles wurde schwarz und dann spürte ich meinen Körper wieder.

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„…Bill… wach auf…“, flüsterte eine, mir bekannte, Stimme. Langsam schlug ich die Augen auf und sah in braune Augen. „Hey…“, wurde mir entgegengewispert. „Hey…“, wisperte ich leise zurück. Kurz darauf wurde ich fest gedrückt. „Ich hatte so Angst! Die Ärzte haben gesagt, du wärst tot und ich hab gedacht…“, schniefte Tom. Ich lächelte leicht. „Hey, ist schon gut… Ich lass dich nicht allein.“, sagte ich leise und er lächelte mich an. „Wie geht es dir?“, fragte ich. „Och, gut. Wieso fragst du?“, fragte Tom. „Dein Bauch…“, wisperte ich. „Nein, schon längst verheilt. Ich mein, so nach 8 Monaten…“, meinte Tom. „8 Monate?!“, fragte ich erschrocken. „Ja… Du… du lagst im Koma…“, sagte Tom. „Und was ist mit Luzifer und so?“, fragte ich. „Luzifer wird das Gefängnis nicht mehr verlassen und die anderen… Ein paar müssen einige Jahre absitzen, ein paar andere haben ein neues Leben angefangen. Sie sind mit einer Geldstrafe davongekommen.“, erklärte Tom. „Und du?“, flüsterte ich leise. „Nun ja… Die Verhandlung ist morgen…“, sagte er. „Welche?“, fragte ich. „Wegen… des Mordes…“, sagte Tom. „Du hast doch nicht wirklich einen Menschen getötet, oder?“, fragte ich ihn. „Nein… Das war Julius gewesen… Aber ich… ich hab ihm versprochen, das auf mich zu nehmen…“, stotterte Tom. „Tom, das kannst du nicht machen!“, sagte ich erschrocken. Er sah mich verwirrt an. „Wieso nicht?“, fragte er. „Du warst es nicht! Weißt du eigentlich, wie viel Jahre dich das kosten können?! Tom, tu mir das nicht an!“, sagte ich und mir traten Tränen in die Augen. „Bill, ich hab bereits gestanden…“, meinte Tom leise. Das durfte doch nicht wahr sein! „Tom, sei doch mal schlau und denk nach, bevor du etwas tust!“, schrie ich weinend. „Versetz dich doch mal in meine Situation, stell dir vor, wie einsam ich mich fühlen werde…“, wimmerte ich. Er wollte mich in den Arm nehmen, aber ich schubste ihn weg. „Aber Bill…“ „Halt die Klappe und verschwinde!“, schrie ich ihn an und deutete zur Tür. „Das… das ist nicht dein Ernst!“, meinte Tom erschrocken. „Mein voller Ernst! Verschwinde! Ich will dich nie wieder sehen!“, weinte ich und schubste ihn weg vom Bett. Tränen sammelten sich in seinen Augen. Langsam verließ er das Zimmer. Ich drehte mich auf den Bauch und vergrub mein Gesicht im Kissen. Laut schrie ich hinein und weinte dann weiter. Dieser Idiot! Dieser verdammte Idiot!

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„Komm mit…“, meinte Miriam. Ich sah noch einmal zurück. „Ich will hier eigentlich nicht weg…“, wisperte ich traurig. „Bill… Du hast dich freiwillig nach Leipzig versetzen lassen, jetzt musst da das auch durchziehen.“, sagte Miriam und klopfte mir aufmunternd auf die Schulter. Ich setzte mich in ihr Auto. Sie setzte sich ans Steuer. Als wir gerade aus dem Ort fuhren, sah ich kurz zu ihr rüber. „Können… können wir am Gefängnis einen Halt machen?“, fragte ich leise. Sie nickte und fuhr dort hin. Ich stieg aus und sah das Gebäude hinauf. Miriam legte eine Hand auf meine Schulter. „Bill, du musst da nicht rein.“, meinte sie. „Ich will mich wenigstens verabschieden… Ich fühle mich dann bestimmt besser…“, meinte ich und sie nickte. „Vielleicht hast du Recht. Na, dann komm.“, sagte sie und wir betraten das Gefängnis.
Miriam klärte die Sachen mit dem Mann am Eingang und wir wurden durch einen langen Gang, wo an jeder Seite mehrere Eisentüren waren, geführt. Vor einer Tür blieben wir schließlich stehen. Der Mann klopfte einmal an die Tür und öffnete sie dann. Miriam schubste mich leicht an und ich betrat den Raum. Auf einem Bett an der Wand mir gegenüber lag Tom. Als ich den Raum betrat, sah er zu mir. „Was… was machst du denn hier?“, fragte er überrascht. „Ich… ich wollte…“, mir traten Tränen in die Augen, „…mich verabschieden…“ Er setzte sich auf und stand auf. „Wieso? Was…?“, stotterte er. „Ich habe mich nach Leipzig versetzen lassen und… ich werde da auch hinziehen… Und ich werde dort wohl auch bleiben…“, ich sah wieder vom Boden auf, wohin ich meinen Blick anfangs gesenkt hatte. Tom stand jetzt direkt vor mir. „Du kannst doch nicht einfach… gehen…“, wisperte er. „Es… es tut mir Leid…“, wisperte ich und Tränen liefen über meine Wangen. Tom strich mir über die Wange. „Bitte, geh nicht…“, wisperte er und auch ihm liefen die Tränen über die Wangen. „Ich muss… Alles ist schon geregelt… Verzeih mir…“, weinte ich und stürmte aus dem Raum und in Miriams Arme. Sie strich mir beruhigend über den Rücken. „Schließen?“, fragte der Mann. Miriam schüttelte mit dem Kopf und ging, mit mir in den Armen, wieder zu Tom rein. Er war auf sein Bett gefallen und hatte das Gesicht in seinen Händen verbargen. „Tom...?“, fragte Miriam. Er hob den Kopf. „Du… du kannst das doch viel besser, oder?“, fragte sie und Tom stand auf. „…Was?“, fragte er leise. Sie deutete auf mich und schubste mich in seine Arme. Ich schluchzte auf und krallte mich in Toms Shirt fest. „Es tut mir so Leid…“, wisperte Tom. Er drückte mich an sich. „Ich hätte das nicht machen sollen… Es tut mir so Leid…“, wisperte er und legte seinen Kopf auf meinen, den ich an seine Brust gelehnt hatte. „Wieso nur?“, fragte ich schluchzend. „Bill, ich weiß es nicht…“, sagte er leise. „Aber…“ „Nicht… wir streiten nur wieder…“, wisperte Tom und gab mir einen Kuss auf die Haare. „Und jetzt geh nach Leipzig…“, sagte er und ließ mich los. Ich schüttelte mit dem Kopf. „Ich... ich will da gar nicht mehr hin…“, sagte ich leise und blinzelte. „Aber du musst…“, sagte Tom. Ich schüttelte mit dem Kopf. „Nein… ich bleibe…“, wisperte ich und trat wieder zu ihm. Ich hauchte ihm einen sanften Kuss auf die Lippen und verließ dann die Zelle. „Ich werde dich da rausholen.“, sagte ich, während der Mann wieder die Tür schloss.

Kapitel  6: Heart attack every moment

Und dann war er weg… Was wollte er denn machen?! Beweise waren extra manipuliert worden und die Richtigen hatte Julius versteckt und er war jetzt in Miami. Na, da bin ich mal gespannt…
Die Tür ging auf. „Mittagessen!“ Ich verließ meine Zelle und lief in einer Reihe mit den anderen Häftlingen zum Esssaal.
Plötzlich stieß mir mein Sitznachbar in die Seite. „Ich hab gehört, du hattest heute Besuch.“, flüsterte er. Ich nickte. „Angeblich ein süßes Mädchen mit langen schwarzen Haaren. Ist das deine Schnitte?“ Ich schüttelte mit dem Kopf. „Das ist mein Bruder.“, sagte ich und aß weiter. „Der Typ aus der Zelle dir gegenüber hat aber gesagt, er hätte euch knutschen gesehen!“ Ich antwortete nicht und aß zu Ende. Dann ging ich zur Küche und gab dort mein Besteck und Geschirr ab. Dann verließ ich den Essraum und lief zurück zu meinem Zimmer. In 10 Minuten musste ich ins Informatikcenter und weiter arbeiten. Mittagspause ist vorbei…

Auf dem Weg zum Center kam ich an einer dunklen Nische vorbei. Ich war schon sehr oft hier lang gegangen und manchmal wurden in dieser Nische Leute verprügelt oder ähnliches, also lief ich etwas schneller.
Plötzlich wurde ich am Arm gepackt und in die Nische gezogen. „Na, Schwuchtel! Was hast du denn so schönes vor?“, fragte ein Junge mit blonden Haaren. „Arbeiten.“, sagte ich. „Aha. Und dein Freund kommt nicht noch mal wieder?“, fragte er. Ich schüttelte mit dem Kopf. „Wahrscheinlich nicht.“, meinte ich. Er grinste dreckig. „Dann bekommst du’s ja heute noch nicht mal besorgt! Da muss man doch glatt Mitleid haben.“, meinte er und kam näher. Ich bekam Angst… „Da muss man dir doch aushelfen…“, wisperte er und griff mit seiner Hand in meinen Schritt. Ich musste aufstöhnen. „Na, gefällt dir das? Ich kann noch viel, viel mehr…“, flüsterte er und zog mir meine Hose runter. Seine rutschte ebenfalls kurz darauf seine Beine hinab. Er grinste immer noch dreckig. Langsam rutschten meine Boxershorts bis zu meinen Knien hinunter und seine folgten. Er fasste mir erneut in den Schritt und ich kniff die Lippen zusammen. Mit einem Ruck drehte er mich um und presste mich gegen die Wand.
Ich stieß einen lauten Schmerzensschrei aus, der in seiner Hand erstickt wurde. Ich hatte Tränen in den Augen. Es tat so weh! Immer wieder schmerzte es aufs Neue. Er sollte aufhören, er sollte endlich aufhören!!!!!!!

Ich lag in meinem Zimmer auf dem Bett. Tränen liefen über meine Wangen und ich hatte mich in der Decke eingewickelt. Leise ging die Tür meiner Zelle auf. „Tom? Warum bist du nicht bei der Arbeit? Man hat mir gesagt, ich fände dich da, aber da warst du nicht…“, fragte Bill leise und kam zu mir. Ich schluchzte auf. „Hey, was ist denn?“, fragte er sofort und setzte sich auf die Bettkante. Ich zog mir die Decke übers Gesicht. Schuld… Er war Schuld… Nein! Schnell schob ich den Gedanken beiseite. Er konnte nichts dafür! Nichts! Vorsichtig strich er mir behutsam über den Kopf. „Sag es mir doch, was dich so quält…“, wisperte er und zog die Decke leicht weg. Ich sah in seine Augen. Langsam schüttelte ich mit dem Kopf. In seinen Augen spiegelte sich seine Enttäuschung wieder. „Aber…“ „Bill, geh bitte…“, wisperte ich. Er sah mich erschrocken an. Heftig schüttelte er mit dem Kopf. „Ich werde nicht…“ „Doch, bitte geh…“, unterbrach ich ihn. „Aber ich will dir wenigstens noch etwas sagen… Dein Mordfall wird noch einmal überprüft und ich habe die echten Beweise gefunden… Ich muss jetzt gehen… Die Versetzung steht fest…“, sagte er und stand auf. Mit hängenden Schultern verließ er das Zimmer. In der Tür drehte er sich noch einmal um. „Willst du es mir nicht doch sagen?“, fragte er leise. Ich schüttelte mit dem Kopf. Irgendwann vielleicht einmal, aber jetzt… jetzt noch nicht.
Er drehte sich um und verließ die Zelle. Ich war wieder alleine… ganz alleine mit meinen Albträumen, die mich sofort aufsuchten, nachdem ich eingeschlafen war…

Kapitel 7: Totgeliebt
Ich versteh es nicht! Ich versteh es einfach nicht! Warum hat er es mir nicht gesagt? Ich meine, sonst sagen wir uns alles- wirklich alles! Und jetzt etwa gar nichts mehr? Ich setzte mich in mein Auto und fuhr los.
Als ich auf die Autobahn einbog, überkam es mich einfach. Ich musste losweinen. Ich hatte ihm den Weg aus dem Gefängnis gelegt und jetzt konnte ich ihn nicht mal mehr sehen!
Mein Blick verschwamm leicht. Ich konnte nicht recht sehen. Plötzlich tauchten Scheinwerfer vor mir auf und es krachte heftig. Alles drehte sich, das Auto überschlug sich und ich stieß mit meinem Kopf gegen das Autodach. Langsam verschwamm alles und mein Blick wurde schwarz. Dann war ich weg.

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Ich spürte, wie eine Hand auf meiner lag und sie fest drückte. Ich spürte, wie Tränen auf mein Gesicht tropften. Ich hörte eine Tür sich öffnen. Meine Hand wurde losgelassen. EY! Ich vernahm Stimmen. „Was ist mit ihm?“, fragte eine verweinte Stimme. War das etwa… Tom? „Er hat schwere Verletzungen. Der LKW hat sein Auto fast komplett zusammengefaltet und er hatte Glück, nicht komplett zerquetscht zu werden.“, erklärte eine dunkle, raue Männerstimme. Was war hier los? Warum konnte ich mich nicht bewegen? Warum konnte ich nicht sprechen? Warum konnte ich nicht sehen?!
TOM! Wenn ich weinen könnte, würde ich es tun. Ein Gerät piepste neben mir. „Was ist denn?“, fragte Tom erschrocken. Jemand eilte zu dem Teil und riss Papier ab. „Er reagiert! Er kann uns wahrnehmen! Er will wieder reden, sehen, sich bewegen, alles halt…“, sagte der Mann. „Oh!!! Das ist ja toll!“, quiekte Tom und meine Hand wurde wieder fast zerquetscht. Danke, Tom… Das wollte ich schon immer mal fühlen!
„Herr Doktor, wann wacht er denn auf?“, fragte Tom. „Je nachdem, wie sehr er das will und wie stark er ist. Er muss mit sich kämpfen. Sein Körper ist ja sozusagen, wie beim PC, im Ruhezustand und er muss erst das Passwort knacken, um wieder an seine Daten und Programme zu kommen.“, erklärte der Arzt. Na, was ein Vergleich…
Tom, schlag ihn mal für mich… „Also kann das noch dauern?“ Junge, du sollst ihn doch schlagen! „Ja, kommt, wie gesagt, drauf an…“ Wenn er jetzt wieder mit einem PC ankommt, dann ist er Hackfleisch und auch, wenn ich dafür aufstehen muss! „…wie schnell er Kraft getankt hat. Ein Computer geht auch nur, wenn er Strom hat.“ Jetzt ist aber Schluss mit lustig!
„Hören sie endlich auf mit ihren FUCK PCs!!“, keifte ich und setzte mich auf. Tom saß vor mir und hatte Sternchen in den Augen. 3….2…..1….Wumm, hatte ich einen Tom am Hals, der mich halb tot knuddelte. „AH! Ich hatte so Angst um dich, als du da so lagst und ich wusste das doch die ganze Zeit gar nicht und dann war die Verhandlung und die haben mich wieder freigelassen, weil ich’s ja nicht war und dann hab ich halt von Julie erfahren, dass du hier im Krankenhaus liegst, weil du auf dem Weg einen schlimmen Unfall hattest und dann bin ich sofort hier hin und da lagst du dann und ich hatte solche Angst, du würdest nie mehr, also so wirklich gar nicht mehr, aufwachen und das war soooo schlimm!“ Ah, da war ein Satzende… Tom, lern mal mit Punkt und Komma zu sprechen…
Er quiekte kurz und dann küsste er mich. Ich verdrehte die Augen. War ja klar… Der war viel zu anhänglich, das ging ja mal gar nicht! Aber, was mich jetzt mehr beschäftigte war, was da eigentlich passiert war bei dem Unfall.
Langsam kam es wieder. „Tom, sag’s mir doch bitte…“, wisperte ich und er sah mich leicht geschockt an. Tom, ich vergesse das nicht so einfach…
„Also… Ich wurde… in dem Gefängnis… vergewaltigt…“, sagte er und fing an zu weinen. Ich erschrak heftig. Was bitte?! Tom wurde vergewaltigt?!
Ich legte meine Arme fest um ihn und drückte ihn an mich. „Oh scheiße… Bitte, verzeih mir. Ich hätte bleiben sollen und dann wäre das nicht passiert… Es tut mir so leid…“, wisperte ich. „Du bist nicht Schuld, sag das nicht.“, sagte er schniefend. „Doch, wenn ich da gewesen wäre, wäre das nicht passiert!“, sagte ich. „Bill…“ „Tom, hör auf! Ich bin doch Schuld und basta! Hallo?! Wenn ich da gewesen wäre, hätte ich das vermeiden können!“, schrie ich ihn an. „Ok, du hast Recht! Der Typ meinte auch, dass du daran schuld bist! DANKE BILL! DANKE, DASS ICH VERGEWALTIGT WURDE UND DU SCHULD BIST!“, schrie Tom mir entgegen und rannte aus dem Zimmer. Mir traten Tränen in die Augen. Nein… Das wollte ich doch gar nicht... Verdammt…
Es wurde Abend und ich hatte den ganzen Tag mit fernsehen und Selbstbemitleiden und so weiter verbracht. Eine Schwester betrat den Raum. „Du musst jetzt schlafen…“, sagte sie und ich nickte und schaltete Fernseher und Licht aus. Dann schloss sie die Tür und ich die Augen.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, lag ein Brief auf meinem Bauch. Ich nahm ihn in meine Hände und drehte ihn mehrmals um. Nur mein Name war darauf in leicht verschnörkelter Schrift zu lesen. Rote Tinte…
Ich öffnete den Brief und erblickte zuerst wieder diese rote Tinte. Langsam las ich mir die hastig geschriebenen Wörter durch. Mit jeder Zeile gab es einen weiteren Riss in meinem Herz… Doch die letzte Zeile zerbarst es vollkommen…

„Es war einfach falsch, dass wir uns wieder gefunden haben. Das Schicksal hatte uns getrennt und wohl auch was damit bezwecken wollen, aber so naiv, wie ich war, hab ich das nicht gecheckt und dich auch noch gesucht! Tut mir ja Leid, aber unsere Liebe war nur ein Trümmerfeld und keiner kann das jemals aufräumen. Es ist aus!“

Leise schluchzte ich auf und Tränen liefen meine Wangen hinab und tropften auf das Blatt und die rote Tinte verschwamm stellenweise… Das konnte er doch nicht tun…!

Ich halt den Brief in meiner kalten hand
Der letzte Satz war lang
Solang er noch brennt schau ich ihn an
Mit jeder Zeile stirbt ein Gefühl und Schauer von dir
Hilft nicht mehr viel
 
Es bringt mich um
Wir haben uns totgeliebt
Es bringt mich um
Weil unser Traum in Trümmern liegt
Die Welt soll schweigen und für immer einsam sein
Wir sind verloren auch wenn die Mächte sich vereinen
Es ist vorbei

Kapitel 8: Spring nicht!
Langsam lief ich durch die Straßen. Der Streit gestern war echt heftig. Ich hatte das nicht gewollt! Jetzt lief ich zum Krankenhaus. Vor einem Fernsehgeschäft blieb ich plötzlich stehen. Ich sah eine Nachrichtensendung. Gerade wurde das Dach des Krankenhauses eingeblendet. Es wurde näher an die Person, die dort am Rand stand und hinunter sah, herangezoomt. Ich erschrak heftig. Das war Bill! Ich überlegte nicht lange und rannte los. Was wollte er da tun?!

Als ich am Krankenhaus angelangte, stand er immer noch da oben. Ich eilte aufs Dach und er war immer noch nicht gesprungen. Tränen tropften von seinen Wangen und sprangen vor ihm in die Tiefe. Er setzte endlich zum Sprung an. „NEIN!“, schrie ich und er drehte sich erschrocken um. Ich wollte näher zu ihm treten, aber er schüttelte mit dem Kopf. „Geh weg!“, schrie er. Ich wollte aber nicht weggehen. Er war mein Ein und Alles. Dieser Streit konnte doch nicht der Grund dafür sein, dass er sprang! Das wäre lächerlich! „Spring nicht!“, rief ich und seine Tränen liefen in seine Mundwinkel. Die Linie zwischen seinen Lippen füllte sich mit leicht schwarz gefärbten Tränen. Er öffnete die Lippen und drehte sich um. Er kniff die Augen zusammen und sprang. Ich rannte hin und hielt seine Hand fest. Ich schüttelte mit dem Kopf. „Tu mir das nicht an… Bitte, lass mich dir hoch helfen!“, sagte ich und Tränen liefen meine Wangen entlang. „Warum tust du das? Du hast mir doch in deinem Brief gesagt, dass…“, begann Bill. Brief? Was denn für ein Brief? „Bill, wovon sprichst du? Was denn für ein Brief?“, fragte ich verwirrt. „Du hast ihn nicht geschrieben?“, fragte er leise. Ich schüttelte mit dem Kopf. Er lächelte. „Dann tut es mir Leid.“, sagte er und ließ meine Hand los. Ich konnte ihn kaum halten und sein Gewicht zog mich mit ihm nach unten. Loslassen oder mit in den Tod stürzen… Das waren die Optionen und beide würden einen tiefen Schmerz hinterlassen. Seelischen oder Körperlichen. Ich kniff kurz die Augen zusammen. „Lass los, Tom. Ich werde fallen und du auch, wenn du nicht loslässt.“, sagte Bill. „Weiß ich doch…“, wisperte ich. „Aber ich werde, wenn du fällst, mit dir fallen. Es liegt an dir… Lass dich hochziehen, oder wir werden beide fallen.“, sagte ich und er sah mich erschrocken an. „Ich will nicht, dass du stirbst!“, sagte er erschrocken. Ich lächelte ihn an. „Dito…“, sagte ich und er lächelte leicht. Er zog sich zu meinem Gesicht hoch und schob mich unter viel Kraft wieder auf das Dach, während er mich küsste. Dann lächelte er mich gequält an. „Ich will das alles hinter mich bringen… Ich will lieber sterben, als in einer kaputten Welt leben. Ich liebe dich, doch ich kann nicht mehr… Wir streiten uns zu oft und das soll nicht sein… Bitte, verzeih mir…“, flüsterte er und stieß sich vom Dach ab. Meine Hand hatte er losgelassen und ich hielt seine auch nicht mehr. Fassungslos sah ich, wie er fiel und unten mühevoll von den Feuerwehrleuten in einem Tuch gefangne wurde. Ich sah, dass Blut aus seinem Mund lief. Zu schnell war sein Fall gewesen… Er wurde ins Krankenhaus gebracht und ich brach weinend auf dem Dachfirst zusammen. Bill, warum tust du das?!
Jemand legte seine Hand auf meine Schulter. „Komm, Tom. Wir gehen zu ihm.“, sagte Gustav. Hinter ihm stand Georg. „W… Wo… wo kommt ihr denn her?!“, fragte ich überrascht. „Mallorca.“, grinste Gustav kurz. Dann gingen wir ins Krankenhaus. Gustav gab mir einen Brief. Ich las ihn mir durch.

„Es war einfach falsch, dass wir uns wieder gefunden haben. Das Schicksal hatte uns getrennt und wohl auch was damit bezwecken wollen, aber so naiv, wie ich war, hab ich das nicht gecheckt und dich auch noch gesucht! Tut mir ja Leid, aber unsere Liebe war nur ein Trümmerfeld und keiner kann das jemals aufräumen. Es ist aus!“

So lauteten die letzten Zeilen. Das war also dieser Brief. Es schmerzte mich, dass jemand uns auseinander reißen wollte… Sehr sogar. Wer konnte das tun wollen?! Wer war so herzlos?!
Georg zog mich zu der Intensivstation. Dort stand ich dann vor einer Glasscheibe. Hinter ihr lag Bill in einem Bett. Ich traute mich nicht rein. Bitte, Bill. Werd wieder gesund…
Langsam lief ich nach hause… „Sagt ihm, dass ich kommen werde, wenn er mich braucht…“, sagte ich zu Georg und Gustav. Sie nickten leicht. Ich brauchte jetzt erstmal Zeit zum Nachdenken…

Ich weiß nicht wie lang
ich dich halten kann
Ich weiß nicht wie lang

Nimm meine Hand
wir fangen noch mal an
Spring nicht

Spring nicht
Und hält dich das auch nicht zurück
Dann spring ich für dich

Kapitel 9: Klaustrophobisch eng
Es flimmerte vor meinen Augen, als ich sie langsam öffnete und mich an das helle Licht gewöhnen musste. „Ich denke, dass es einfach niemals richtig hinhauen wird. Den beiden stellt sich andauernd etwas in den Weg. Meinst du nicht auch, dass das irgendwie etwas zu bedeuten hat?“, hörte ich eine Stimme flüstern. „Ja, schon. Aber sie sind doch so glücklich, wenn sie zusammen sind. Das zeigt doch, dass sie nicht ohne den Anderen können.“, meinte eine andere Stimme leise. „Fazit, Sie können weder mit- noch ohne einander, oder wie?“ „Genau das meine ich.“ Ich schlug die Augen auf. „Pscht, er wacht auf.“, machte Gustav noch mal leise und dann lächelten die Beiden mich an. „Bill, wie geht es dir?“, fragte Georg. Ich antwortete nicht. „Gut?“, fragte Gustav. Keine Reaktion meinerseits. „Meinst du, er hört uns nicht?“, fragte Georg nachdenklich. „Doch, aber bestimmt hat er unser Gespräch gehört… Bill, das war doch nicht böse gemeint. Wir haben uns einfach nur Gedanken darüber gemacht…“, meinte Gustav. Ich drehte meinen Kopf so, dass ich aus dem Fenster sehen konnte und nicht mehr die Beiden ansah. „Zwecklos… Komm, wir gehen.“, sagte Georg und stand auf. Dabei zog er Gustav mit hoch. „Tom hat gesagt, wenn du ihn brauchst, wird er kommen.“, sagte Gustav noch und dann verschwanden sie. Ich kniff die Augen zusammen und bekämpfte die Tränen, die sich in ihnen sammelten. Verflucht, sie hatten doch so Recht…!

Ich wurde davon wach, dass jemand mein Zimmer betrat. „Guten Tag. Ich bin Doktor Maders und ich behandele sie.“, stellte sich der Arzt vor. „Angenehm…“, murmelte ich. „Ich habe hier den Bescheid, dass sie in eine Nervenklinik eingewiesen werden sollen.“, sagte er. Ich sah zu ihm. „Was?“, fragte ich. „Ja, in zwei Stunden schon.“, sagte er und verließ den Raum. In zwei Stunden würde ich in einer Nervenklinik sein? Na bravo…

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„Bist du fertig?“ „Ja.“ „Kommst du dann?“ „Ja.“ „Wirst du dich da wohl fühlen?“ „Ja…“ „Gut, dann komm jetzt.“ „Ja.“
Langsam verließ ich das Krankenzimmer, dicht hinter dem Arzt. Ich hatte den Blick auf den Boden gerichtet. „Ja“ war doch so ein schönes Wort, warum konnte man es gerade jetzt nicht mit guten Dingen verbinden? Mein Blick flog jetzt über die Wände und Einrichtung des Flurs des Krankenhauses. Ganz schön hier… aber ich würde ja jetzt wo anders hingehen. Plötzlich blieb mein Blick an einer Person vor mir hängen. Die Jeans war dunkler, als sonst, das Shirt tropfte, die Haare klebten an den Schultern am Stoff des Shirts und am Hals, und sonst auch, an der Haut und an anderen Berührungsstellen, vom Kinn herab tropften in unregelmäßigen Abständen Wassertropfen und das Gesicht war nass und von Regentropfen übersäht, doch die traurigen Augen deuteten auf Tränen hin, die ebenfalls über das Gesicht liefen. Ob er es wusste? Ich senkte langsam meinen Blick und kämpfte mit den Tränen. Sie siegten und langsam begannen sie, meine Wangen hinab zu laufen. Vor der Tür blieb ich stehen. Ich konnte das einfach nicht! Ich fiel auf die Knie und vergrub mein Gesicht in meinen Händen. Meine Knie schmerzten jetzt zwar, aber das war nebensächlich. „Aufstehen!“, zischte es von vorne. Ich sackte ganz zu Boden und lag weinend auf den kalten Fliesen der Eingangshalle des Krankenhauses. Ich wurde grob an den Schultern gepackt und hochgezogen. Mit verweinten Augen sah ich einen Mann in einem weißen Anzug an. Einige Zeit musterte er mich. Dann nahm er die Hand von meiner Schulter und drehte sich um. „Komm jetzt…“, sagte er leise zu mir. Langsam drehte ich mich noch einmal um. Er stand immer noch dort. Er hatte mich beobachtet. Seine Augen schlossen sich. Ich drehte mich langsam um und lief langsam los. Als ich das Krankenhaus verlassen hatte und auf einen Wagen zulief, in den eben der Mann gestiegen war, hörte ich die Tür erneut zuschlagen. Ich lief weiter. „Bill!“ Ich blieb stehen, drehte mich aber nicht um. Wieder liefen die Tränen. „Bill, geh nicht weg!“ Ich zitterte am ganzen Leid und schlang meine Arme um meinen Körper, doch es linderte nicht das Zittern. Leise schluchzte ich auf. „Bleib bei mir…“ Langsam drehte ich mich um. Und sah Tränen, spürte Tränen. „Bitte…“ „Ich kann nicht…“ Langsam drehte ich mich wieder um und lief weiter. Das Zittern wurde stärker, die Tränen liefen heftiger und ich hörte, wie er einen Schrei ausstieß. Dann rannte er los. Ich wurde an der Schulter rumgedreht und er presste seine Lippen auf meine. Meine Tränen vermehrten sich erneut um einiges. Ich erwiderte den Kuss sacht. Arme schlangen sich um mich und er krallte seine Finger in den Stoff meines Shirts an meinem Rücken. „Nicht gehen…“, hauchte er, nachdem wir uns wieder voneinander gelöst hatten. Ich sah zu dem Auto. „Aber ich muss doch…“, flüsterte ich. „Und ich flehe dich an, geh nicht weg! Bitte, ich werde daran kaputt gehen… Es tut mir alles so Leid… Ich werde acht geben, dass nichts mehr passiert… versprochen.“, flüsterte er. Ich lächelte leicht. „Versprech’ nicht Sachen, die du nicht halten kannst… Dann werden sie zur Lüge.“, sagte ich und ging zu dem Auto. Noch einmal sah ich zu ihm zurück. Er sah mich flehend an. Ich schüttelte den Kopf und stieg ein.
Als das Auto losfuhr, sah ich, dass er zusammen brach. Ich vergrub mein Gesicht in meinen Händen. Verdammt!

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Ich wurde in einen kleinen Raum geführt. Viel zu klein, zum Wohlfühlen. Nur ein Bett und ein Tisch mit einem Stuhl waren vorhanden. War ich hier in einem Gefängnis? „Leg dich schlafen! Morgen beginnt die Therapie!“ Ich nickte abwesend und die Tür wurde geschlossen und abgeschlossen. Es wurde dunkel. Das Licht wurde ausgemacht. Ich tastete mich zum Bett und knallte gegen den Tisch. „Autsch!“ Dann knallte ich gegen eine Wand. Endlich fand ich das Bett und ließ mich drauf fallen. „Es ist viel zu eng hier… Ich fühl’ mich klaustrophobisch eng in diesem Raum… Tom, hol mich wieder hier raus… Es war falsch, zu gehen… Rette mich!“, wisperte ich und begann wieder zu weinen. Ich schloss die Augen und sah ihn vor mir. Ich streckte meinen Arm aus, doch meine Hand fasste in nichts. Meine Tränen vermehrten sich. Ich schluckte und schluchzte dann kurz. Leise wimmernd schälte ich mich aus meinen Klamotten und legte sie auf den Boden. Dann legte ich mich wieder auf das Bett und zog die Decke über mich. Kalt… kalt und trist war es hier… Ich will hier weg!
Unter weiteren Tränen schlief ich schlussendlich ein. Was der nächste Tag wohl bringen würde?
Ich hätte mich tatsächlich anders entschieden, wenn ich es jetzt schon gewusst hätte…

Ich fühl' mich klaustrophobisch eng.
Mach Platz bevor ich mir 'n Ausweg spreng.
Du hälst mich nich auf.
Ich brech’ aus, ich brech’ aus!

Kapitel 10: Scherbenmeer
Ich war wieder zu Hause. Das Radio läuft. Bill, warum tust du so was? Andauernd machst du mich traurig.

Du bist die Schwerkraft,
du ziehst mich runter.

Du ziehst mich so seelisch runter, dass es schon unerträglich schmerzt. Warum tust du das andauernd?! Ich kann bald nicht mehr! Und warum bist du weggegangen?! Ohne mir davon zu erzählen?! Und warum wolltest du so unbedingt weg?!

Du bist der Regen und ich bin Land unter.
Falls es dich interessiert: der Versuch dich zu hassen,
hat plötzlich funktioniert.

Weißt du was?! Ich glaube, ich kann dich nicht mehr lieben, wenn du so was tust! Ja, genau! Ich liebe dich nicht mehr! Ich hasse dich! Meine Tränen sind Wuttränen!

Ich hab versucht,
uns're guten Zeiten für immer abzulichten,
einzukleben und festzuhalten,
sie an mein Bett zu stellen und in Rahmen einzufassen,

Ich schaue auf meinen Nachttisch. Da steht ein Bild von dir und mir- lächelnd. Ich kann es nicht mehr sehen! Ich greife danach.

doch das Glück hat uns verlassen,
du kannst es nicht lassen.

Ja, du bist an allem Schuld! Du konntest es einfach nicht lassen! Andauernd dieser Selbstmord oder ähnliches! Wolltest du mich eigentlich die ganze Zeit verarschen?!

Ich werf Dein Bild an die Wand,
ich will, dass es zerbricht.
Es gleitet aus meiner Hand,
Jetzt seh' ich nur Dich und mich,
in einem Scherbenmeer.

Ich werfe das Bild fest gegen die Wand und das Glas zerbricht in kleine Einzelteile. Doch das Lächeln nicht. Es liegt unter dem Meer an Scherben auf dem Boden.

Sag was es dir bringt,
wenn meine Welt versinkt.
Ich will seh'n wie sie zerspringt,
in einem Scherbenmeer.

Ich würde gerne mal wissen, warum du das alles gemacht hast, wenn du doch genau weißt, wie sehr es mich verletzt und wie sehr ich darunter leide!

Du bist das Salz in meiner Wunde,
Du bist die Tausendste jeder Sekunde.
Falls es dich interessiert: der Versuch dich zu hassen,
hat bestens funktioniert.

Ja, ich hasse dich! Warum wird mir das jetzt erst klar?! Du hast doch immer nur wieder Salz in meine offenen seelischen Wunden gestreut!

Ich hab versucht das Glück nicht zu verlier'n,
für immer hinter Glas einzuschließen und einzufrier'n,
luftdicht zu versiegeln,
doch du brachst trotzdem aus.
Ich hab fest mit dir gerechnet,
doch die Gleichung geht nicht auf.

Ja, die ganzen Bilder hier sind glücklich, aber du hast es trotzdem geschafft, sie als Lügen darzustellen! Ich nehme mir ein weiteres Bild.

Ich werf Dein Bild an die Wand,
ich will, dass es zerbricht,
Es gleitet aus meiner Hand,
Jetzt seh' ich nur Dich und mich,
in einem Scherbenmeer.

Und ihm gilt das gleiche Schicksal, wie dem Ersten. Es zerschellt an der Wand und die Scherben vermehren sich.
Sag was es dir bringt,
wenn meine Welt versinkt.
Ich will seh'n wie sie zerspringt,
in einem Scherbenmeer.

In einem Scherbenmeer...

Auf einer Kommode steht ein weiteres Bild. Ich laufe dort hin.

Und ich lauf barfuß durch den Raum,
durch die Scherben uns'res Traums.
Ich will fühlen wie das Glas die Haut berührt.
Und ich lauf barfuß durch den Raum,
ganz egal, ich spür' es kaum,
weil dein Bild mich niemals mehr verletzen wird.

Doch dorthin muss ich durch die Scherben der anderen Bilder laufen. Doch es tut mir nicht weh. Der Schmerz meiner Seele ist größer und meine Wut auf dich ebenfalls.

Ich werf Dein Bild an die Wand,
ich will, dass es zerbricht.
Es gleitet aus meiner Hand,
Jetzt seh' ich nur Dich und mich.

Ich werf Dein Bild an die Wand,
ich will, dass es zerbricht.
Es gleitet aus meiner Hand,
Jetzt seh' ich nur Dich und mich,
in einem Scherbenmeer.

Alle Bilder liegen zerbrochen auf dem Boden. Alle, die ich hatte! Ich laufe zu ihnen hin und hebe die Fotos auf. Dann werfe ich sie in den Mülleimer.

Sag was es dir bringt,
wenn meine Welt versinkt.
Ich will seh'n wie sie zerspringt,
in einem Scherbenmeer.

Ich besehe mir noch einmal das Scherbenmeer, das sich auf dem Fußboden gebildet hat, bevor ich es auffege und wegwerfe.

Falls es dich interessiert: der Versuch dich zu hassen,
hat plötzlich funktioniert.

Ja, ich hasse dich abgrundtief! Komm nie wieder zu mir, sonst werde ich ausrasten und dich umbringen! Das schwöre ich!

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Brüder

1. Teil: Kapitel 1-10 ; Kapitel 11-20 ; Kapitel 21-30 ; Kapitel 31-40 ; Kapitel 41-43 (Ende)
2. Teil: Kapitel 1-10 ; Kapitel 11- Ende
3. Teil: Kapitel 1 ; Kapitel 2

Deep Inside

1. Teil: Kapitel 1- 8 (Ende)

Zusatz

FFs: Lebe die Sekunde ; Totgeliebt ; Instant Karma
Sonstiges: Gegen Fremdenfeindlichkeit ; Bill ; Tom
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